Leo Carew: Wolfsthron | Leseprobe read’n’go

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Entdecke die Welt des Wolfsthrons!

Der Norden gegen den Süden.

In Albion zerbricht der jahrhundertealte Frieden, als die Heerscharen des Südens im rauen Reich des Nordens einfallen. Der junge Roper, Sohn des Hauses Silberner Wolf und Thronerbe des Nordens, steht vor seiner ersten Schlacht – und sieht sich schon bald von Feinden umzingelt. Denn nicht nur will die Königin des Südens sein Volk auslöschen, auch mächtige Feinde im Inneren greifen nach dem Thron. Ropers einzige Chance ist eine Allianz mit der schönen Keturah, Tochter des mächtigen Hauses Vidarr. Doch seine Gegner planen bereits den nächsten Schachzug – mit nur einem Ziel:

Das Heulen des Silbernen Wolfes soll für immer verklingen ...

Im Süden intrigieren Königin Aramilla und Feldherr Bellamus gegen ihren König.

Es wird Krieg geben

»Was hat der König gesagt?«, fragte er.

»Er sagte: ›Ihr werdet in den Krieg ziehen.‹«

 

Bellamus atmete langsam aus. »Wir marschieren ein?«

Bekräftigend hob sie die Brauen und starrte in die Flammen.

Bellamus lachte, zunächst nur leise, doch dann steigerte es sich, bis er vor Lachen brüllte. Triumphierend sprang er auf, wandte sich der Königin zu und verbeugte sich. »Gut gemacht, Euer Majestät.« Er lehnte sich vor und küsste sie, während sich seine Finger in ihre Schultern gruben. »Wie hast du das nur geschafft?«, fragte er, nachdem er sich von ihr gelöst hatte.

Doch sein Lob verfing nicht bei ihr. »Wir beide haben es bewerkstelligt. Du hast ihn fast verrückt gemacht, ihm Angst eingejagt. Die Feuerschlangen und die Fluten haben ihn regelrecht in Panik versetzt, und ich habe seine Angst dann benutzt und in die richtigen Bahnen gelenkt.«

Bellamus war in nachdenkliches Schweigen versunken.

Er starrte in die Flammen und spielte gedankenverloren mit ihrem Haar.

»Hast du jemals einen von ihnen getötet?«, fragte sie. »Einen der Anakim, meine ich?«

»Ein paar«, sagte er. »Jedoch nie einen bewaffneten und gepanzerten Krieger. Die überlasse ich größeren Helden, als ich einer bin. Aber wie wir alle sind sie weitaus weniger beeindruckend, wenn sie überrumpelt werden.«

»Ist es wahr, was man sich über ihre Knochenpanzer erzählt? Oder war das nur ein weiterer Versuch, den König in Angst und Schrecken zu versetzen?«

Bellamus grinste. »Wenn wir dieses Spiel überleben wollen, müssen wir uns an Lügen halten, die niemals als solche entlarvt werden können. Diese Schilderungen allerdings sind wahr. Ihre Knochenpanzer reichen von den Lenden bis zum Hals und sind nur äußerst schwer zu durchbohren.«

»Warum willst du sie dann angreifen?«, setzte sie nach. »Ich dachte, sie faszinieren dich. Und wie brüchig der Frieden auch sein mag, immerhin hält er nun schon seit Jahren. Warum setzen wir alles aufs Spiel, um sie für immer auszulöschen?«

Bellamus schwieg einen Moment, und ihr war klar, dass er überlegte, wie viel er ihr verraten sollte. »Man muss sich für eine Seite entscheiden«, sagte er schließlich, »und dann alles in seiner Macht Stehende tun, um diese Seite voranzubringen, oder nicht? Die andere Seite wird ganz sicher dasselbe tun. Und nur wenn man härter und entschlossener vorgeht als die anderen, wird die eigene Seite triumphieren.«

Darüber dachte sie einen Augenblick nach. »Ich habe mich für eine Seite entschieden.«

»Ich weiß, für wen du kämpfst«, sagte er anzüglich.

»Für dieselbe Person, für die du auch kämpfst.« Sie lächelte zu ihm hoch. »Für mich.«

Bellamus verfolgt sein eigenes Ziel.

»Das ist also Euer Plan«, knurrte Lord Northwic. »Erobere den Norden, dann bist du sein Herr.«

Bellamus lächelte leicht. »Niemand sonst scheint ihn zu wollen. Seine Majestät spricht sogar davon, eine große Mauer zwischen Nord und Süd zu errichten, obwohl wir damit die Hälfte unserer Insel verlieren würden. Gebt mir den Norden. Ich werde ihn befrieden.«

»Ist es nur der Norden, nach dem es Euch verlangt, Bellamus?« Lord Northwic warf ihm einen raschen Seitenblick zu, und Bellamus wusste sofort, worauf er anspielte.

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In den Wäldern des Nordens beginnt der Kampf um die Zukunft Albions.

Seit Tagen regnete es nun schon unablässig. Die Straße lag mehr als eine Handbreit unter schlammigem Wasser, ja, das gesamte Land schien wie im Wasser versunken. Ropers Pferd stolperte und knickte auf der Vorhand ein. Nur mit Mühe konnte er sich im Sattel halten.

»Hoch mit dir, Junge!«, befahl Kynortas. »Du musst doppelt so stark sein, wie du es von deinen Kriegern erwartest.«

Es war Ropers erste Schlacht.

In der Scheide an seiner Hüfte steckte Kaltschneide. Sein stählerner Brustpanzer war geölt und poliert, und überlappende, flexible Stahlschichten schützten seine Schultern und Oberarme. In den Brustpanzer war mit Silberdraht ein Wolf mit gefletschten Zähnen eingehämmert.

Der Schwarze Lord und sein junger Nachfolger ritten der gewaltigen Kolonne der Anakim voran zum Gipfel einer Anhöhe, hinter der eine weite überflutete Ebene lag. Jenseits des vom Wind gekräuselten Wassers verlief ein ausgedehnter Hügelkamm. Ob es sich um eine natürliche Formation in diesem vernarbten Land handelte oder um uralte Befestigungsanlagen einer längst vergessenen Schlacht, war aus der Ferne nicht ersichtlich, aber die Hügelkette erstreckte sich fast von einem Horizont bis zum anderen. Auf ihrer nördlichen Flanke, die von einem großen Wald gesäumt wurde, hatten sich die Horden des Südens in Stellung gebracht. Tausende säumten den Hügelkamm. Zehntausende.

 

Das Land des Wolfs

Die Südmänner auf dem Hügelkamm sangen. Sie schlugen mit ihren Schwertern und Spießen auf ihre Schilde und brüllten den Anakim höhnisch zu, sie wären Teufel. Dämonen. Missgeburten, Ungeheuer, Zerstörer. Gegenseitig stachelten sie sich an, steigerten sich mit ihren Trommeln und Schreien in einen wilden Rausch, um ihre schreckliche Furcht vor den Giganten zu übertönen, die ihnen gegenüberstanden.

»Tötet sie!«, schrie einer ihrer Lords.

»Töten, töten, töten!«, brüllten seine Männer.

Schilde und Spieße schlugen rhythmisch gegeneinander, dann stampften die Männer des Südens mit den Füßen dazu. Es klang, als würde jemand eine gewaltige Trommel schlagen, so mächtig, dass das Geräusch das Wasser kräuselte, durch das die Anakim marschierten.

 

Die Anakim …

… hatten ebenfalls Trommeln, aber sie unterschieden sich von denen ihrer Feinde. Jede Legion stimmte düstere, unheimliche Schlachtenhymnen an, die untereinander nicht harmonierten, sondern im Widerstreit zueinander standen und immer lauter wurden. Sie schwollen an, aufgeladen mit Emotionen, bis den Südmännern übel wurde, so fremdartig waren diese Gesänge. Sie spiegelten die undurchdringliche Wildnis, durch die die Krieger marschierten, den grauen aufgewühlten Himmel über ihnen und die rauschenden Wälder rechts und links von ihnen. Der Wind selbst frischte auf, als würden die Männer aus dem Süden von den Verbündeten der Anakim umringt, die den Ruf ihrer unirdischen Gesänge erwiderten. Dies war das Land der Anakim. Es war das Schwarze Königreich.

Die kostbarste aller Trophäen: ein gefallener König

Roper hielt sich taumelnd im Sattel. Der Schaft eines Pfeils ragte unterhalb seines Schlüsselbeins heraus, aber er jagte hinter seinem Vater her. Kynortas wehrte sich nicht. Er hing schlaff im Steigbügel und galoppierte auf seine Feinde zu. Roper trieb seinem Pferd die Sporen so hart in die Flanken, dass sich das Blut des Tieres mit dem seinen vermischte und vom Steigbügel tropfte. Pfeile schlugen um ihn herum ins Wasser, prallten von seiner Rüstung ab, während der Abstand zwischen ihm und seinem Vater immer größer wurde. Blutrünstige Südmänner stürzten sich von allen Seiten auf ihn.

Zum allerersten Mal zog Roper sein Schwert in glühender Wut und schlug auf sie ein.

Metall klirrte gegen Metall, und die Wucht des Aufpralls lief wie eine Welle durch Ropers Arm. Er schlug wie wild zu, einmal, zweimal, dreimal. Dabei ließ er seinen Vater nicht aus den Augen, der von einer brodelnden Masse von Südlingen vom Pferd gezerrt worden war. Männer zückten Langmesser und stürzten sich im Gewühl auf ihn, um die kostbarste aller Trophäen zu erbeuten: einen gefallenen König.

Der Schwarze Lord war tot, und sein Sohn sollte ebenfalls sterben.

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