Andreas Gruber: Todesreigen | Leseprobe read’n’go

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Die Sünden der Vergangenheit fordern Vergeltung – ein blutiger Reigen von Schuld und Rache.

Die Sünden der Vergangenheit fordern Vergeltung

Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen …

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Zwei einzigartige Ermittler, einstmals Partner - jetzt Gegner?

Sneijder
Nemez

Früher Kollege, jetzt wichtiger Zeuge – oder Mittäter?

Ex-BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder weiß mehr über die Vorfälle, als er zugeben will …

Zeuge oder Mittäter?

Tina parkte ihren Wagen neben einem Bach vor einer Holzbrücke und ging den Rest des Forstweges zu Fuß. Auf einer Lichtung lag vor dem Hintergrund bewaldeter Hügel eine alte, stillgelegte Mühle mit rotem Schindeldach, Giebelfenstern, Holzläden und einem Schornstein mit Wetterhahn.

Vor dem Grundstück entdeckte sie ein riesiges Holzfass, an dem ein Schild hing.

Maarten S. Sneijder – Besucher unerwünscht!

Das war klar!

Auf der Natursteinterrasse standen ein Tisch und Korbstühle. Sneijder saß in einem davon im Schatten und las in einer großformatigen Zeitung. Zu seinen Füßen lag ein Basset auf einer Decke.

Als Sneijder kurz von der Zeitung aufsah und Tina erkannte, faltete er das Blatt zusammen und legte es auf den Korbtisch neben sich. Tina sah den Lauf einer Pistole zwischen den Seiten. Der Form nach zu schließen eine Glock. Sneijders ehemalige Dienstwaffe?

„Wen haben Sie erwartet?“, fragte sie. „Einen Auftragskiller?“

„Kann man nie wissen“, knurrte Sneijder. „Es verirrt sich nur selten ein Wagen in diese Gegend. Und Vincent ist nicht gerade der beste Wachhund.“

Tina griff in die Hosentasche und holte einen Hundekuchen hervor. Es war nie verkehrt, Sneijder milde zu stimmen, vor allem, wenn man etwas von ihm brauchte. Und seine Zuneigung zu diesem Hund war bekannt.

Der Basset schnappte nach dem Hundekuchen. Grummelnd ließ er sich wieder auf der Decke nieder.

„Was wollen Sie?“, fragte Sneijder unbeeindruckt.

„Irgendwie hatte ich erwartet, Sie mal in legerer Kleidung vorzufinden, in Jeans und Sweatshirt, aber …“ Sie betrachtete Sneijder irritiert. Er trug wie all die Jahre zuvor einen maßgeschneiderten Anzug und ein weißes Hemd. Tina hatte ihn noch nie anders gesehen. Der oberste Knopf des Hemdes war zwar geöffnet und das Sakko hing auf der Stuhllehne, doch Sneijder sah immer noch sehr offiziell aus.

„Lassen wir den Smalltalk. Was wollen Sie?“, wiederholte er.

„Darf ich mich setzen?“

„Nein, sonst stören Sie mich noch länger.“

„Ich habe gehört, der Hund ist Ihnen zugelaufen.“

„Ist er. Zum dritten und letzten Mal, Martinelli, was wollen Sie?“

Tina zog sich einen freien Stuhl heran und setzte sich. „Was können Sie mir über Gerald Rohrbeck erzählen?“

Eine junge BKA-Kommissarin, konfrontiert mit einer Reihe mysteriöser Selbstmorde unter Kollegen ...

... und einer allzu undurchdringlichen Ermittlung.

Die Tote im Wagen

Das Kreischen der Notbremse schnitt Sabine in die Ohren wie das Schrillen einer Kreissäge. So ein Geräusch hatte sie noch nie in ihrem Leben gehört.

Sogleich lief sie von dem Wohnhaus weg und auf eine Anhöhe neben dem Parkplatz, wo unter einer Art Vordach eine Reihe Müllcontainer stand. Sie kletterte auf eine der Tonnen und von dort aufs Dach hinauf.

In einigen hundert Metern Entfernung sah sie, wie ein Zug einen eingekeilten Wagen vor sich herschob. Funken spritzten links und rechts von den Gleisen in die Dunkelheit. Obwohl der Zug eine Vollbremsung machte, schien er nicht langsamer zu werden. Die Autoreifen brannten bereits, und vermutlich war Öl in die Flammen gelaufen, denn plötzlich brach auch Feuer im Motor und im Wageninneren aus.

Scheiße!

Sabine sprang von dem Dach und rannte über den Hügel hinunter zu ihrem Auto. Sie schaltete das Fernlicht ein und trat aufs Gas. Der Wagen holperte über den brüchigen Asphalt.

Sie parkte ihren Wagen in einer Wiese, damit sie die Feuerwehrleute nicht behinderte, die bald auftauchen mussten, und sprang aus dem Auto.

Das Feuer prasselte heftig, und zwischendurch zerplatzte immer wieder irgendetwas mit einem hohlen Knall, als würde irgendwo explosionsartig heiße Luft entweichen. Sabine lief zwischen den Büschen zur Unfallstelle, doch näher als bis auf fünf Meter kam sie nicht heran, da die Flammen weit aus dem Wagen schlugen. Die Fahrerseite des Autos war völlig zusammengedrückt, und es stank nach Gummi und versengtem Kunststoff, während die Sitzbezüge und das Plastik der Armaturen im Feuer schmolzen.

„Gehen Sie nicht näher ran!“, rief der Zugführer. „Der Wagen könnte jeden Moment explodieren.“

„Haben Sie einen Feuerlöscher im Zug?“, rief sie.

„Ja.“

„Dann holen Sie ihn!“

Sabine ging näher an das Autowrack heran. Sie konnte nicht helfen. Hinter dem Lenkrad, eingeklemmt zwischen Tür und Beifahrersitz saß ein bereits verbrannter Mensch.

Als erneut ein dumpfer Knall aus dem Wagen drang, trat sie einen Schritt zurück.

Im flackernden Licht der Flammen sah sie, dass es sich um einen roten Toyota handelte, der vom Zug erfasst und gut einen Kilometer weit mitgeschleift worden war.

Damit wusste Sabine, wer die Tote im Wagen war.

Rache oder auf der Suche nach der Wahrheit?

Als Mörder verurteilt, saß er lange Jahre im Gefängnis.

Jetzt ist wieder auf freien Fuß – und will grausame Rache nehmen.

Oder ist er auf der Suche nach der Wahrheit?

Auf der Suche nach der Wahrheit

Der eben aus dem Gefängnis freigekommene Thomas “Hardy” Hardkovsky arbeitet sorgfältig eine Liste mit Namen ab – Menschen, von denen er Informationen braucht, einstige Freunde, die zu Feinden wurden. Und Menschen, mit denen er noch eine Rechnung offen hat. Denn Hardys Traum von einem besseren Leben, von einer Familie, wurde vor langer Zeit in einer düsteren, chaotischen Nacht brutal und blutig zerstört. Jetzt ist auf der Suche nach Wahrheit – und nach Vergeltung …

 

Hardy stand auf der Straße, setzte sich die Sonnenbrille auf und blickte in beide Richtungen. Die Sonne brannte unbarmherzig auf sein Genick, der Schweiß lief ihm über den Rücken.

Diese verdammte Hitze!

Das alte rote Backsteingebäude mit den vergitterten Fenstern, in dem die Justizvollzugsanstalt Bützow untergebracht war, lag nun hinter ihm. Im wahrsten Sinn des Wortes. Vor ihm lag die Freiheit.

Wie zu erwarten, war niemand gekommen, um ihn abzuholen. Wer denn auch? Niemand würde sich freuen, dass er wieder draußen war. Im Gegenteil!

Der Einzige, der sich für ihn zu interessieren schien, war der Fahrer des schwarzen Lada Taiga, der etwa hundert Meter weit entfernt vor der Friedhofsverwaltung auf der Straße stand. An der schiefen Stoßstange sah Hardy, dass der Wagen eine leichte Schräglage nach links hatte, es schien also jemand darin zu sitzen. Wer das war, konnte er nicht erkennen, denn das Sonnenlicht spiegelte sich in der Scheibe.

Langsam ging Hardy zur Bushaltestelle, die direkt vor der Haftanstalt lag. Von dort aus würde ihn der Stadtverkehrsbus zum Bahnhof bringen.

Während der wenigen Schritte nahm er das Buch aus der Jackentasche. Auf der ersten Seite in dem Buch stand eine Widmung von seiner Frau. Niemand auf dieser Erde hatte ihn so gut gekannt wie Elisabeth Hardkovsky, seine Lizzie. Naja, mit Ausnahme von Nora – aber diesen Gedanken verdrängte er rasch wieder.

Hardy erreichte die Haltestelle und schielte zu dem schwarzen Wagen hinüber. Niemand würde ihn daran hindern, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Weder der Mann im Lada Taiga, noch sonst jemand.

Immerhin hatte er zwanzig Jahre darauf gewartet, endlich die Wahrheit herauszufinden. Er würde in Erfahrung bringen, wie und warum seine Frau gestorben war, und wer dafür verantwortlich war. Sorgfältig hatte er an den Details seines Vorhabens gefeilt. Die Sache würde er jetzt innerhalb weniger Tage durchziehen, und es würde ein verdammter Todesreigen werden – für alle, die damals ihre Hand im Spiel gehabt hatten …

 

Wer ist dieser Hardy wirklich? Welche Gefahr geht von ihm aus? Was weiß das BKA über ihn?

Nach-
forschungen:
Sabine Nemez recherchiert online über ihn und immer mehr Fragen tauchen auf ...

Fakten aus der Vergangenheit ...

Sabine blickte kurz auf, sah in den leeren Gang, hörte irgendwo Gemurmel, das Ping eines Fahrstuhls und das Schlagen einer Tür und vertiefte sich wieder in das Archiv.

Als nächstes sah sie sich Hardys Online-Akte an. Als erstes stieß sie auf ein aktuelles Foto von ihm. Ein Mann im mittleren Alter. Irre wirkte er nicht. Im Gegenteil. Er sah gut aus, hatte einen drahtigen, trainierten Körper und wache, intelligent funkelnde Augen. Dass so jemand mit Drogen dealte, konnte sie auf den ersten Blick gar nicht glauben – und schon gar nicht, dass er seine Familie opferte, um belastende Beweise zu vernichten.

Jetzt war er fünfzig. Nach dem Abitur und der Bundeswehr war er … Was? Kriminalkommissaranwärter gewesen und hat eine dreijährige Ausbildung gemacht? Das gibt es doch nicht! Beim BKA? Sabine blieb die Spucke weg. Hardy war ein ehemaliger Kollege! Er hatte während seiner Ausbildung ein sechsmonatiges Praktikum im Bereich Organisierte Kriminalität und Rauschgift absolviert und war nach der Ausbildung in den Bereich Internationale Drogenbekämpfung – Schwerpunkt Kokain gewechselt, wo er ins kalte Wasser geworfen wurde und die Grundlagen der internationalen Rauschgiftbekämpfung kennenlernte. Verdammte Kuhscheiße! Von seinem dreiundzwanzigsten bis fünfundzwanzigsten Lebensjahr hatte er sogar als Internationaler Drogenfahnder beim BKA gearbeitet.

Und so jemand kündigte den Job, um innerhalb von fünf Jahren selbst einen Drogenring aufzuziehen? Immerhin wusste er, wie er den Drogenfahndern durchs Netz schlüpfen konnte. Außerdem hatte er die Szene und dort vermutlich auch Pollack, Gedecker und Tomaschewsky kennen gelernt.

Aber dann kam der Hammer. Als Kopf einer kriminellen Vereinigung saß er wegen Brandstiftung, Mordes und gewerbsmäßigen Drogenhandels zwanzig Jahre in der Justizvollzugsanstalt Bützow, aus der er vor acht Tagen entlassen wurde.

Vor acht Tagen!

Sabines Gaumen wurde trocken. All die Morde und Selbstmorde könnten mit seiner Entlassung zu tun haben. Die Frage lautete: Ist er wirklich irre, und falls ja, wo steckt er jetzt?

Eine spezielle Gruppe des BKA nimmt Hardy ebenfalls ins Visier.

Mit dieser liefert er sich ein gefährliches Katz- und Maus-Spiel.

Die Gruppe 6 des BKA:

 „Flughafenhotel Motel One, wie kann ich Ihnen helfen?“, säuselte eine junge Frauenstimme.

„Guten Tag, hier spricht Kriminalhauptkommissar Harald Lohmann vom Bundeskriminalamt Wiesbaden.“ Er ging zur Drehtür Richtung Ausgang. „Unseren Informationen zufolge steigt heute ein Gast unter dem Namen Roman Schleifer bei Ihnen ab, der das Zimmer mit der Nummer 406 reserviert hat.“

„Ich darf Ihnen keine telefonischen …“

„Ich bin noch nicht fertig“, sagte Lohmann und hörte, wie die Frau, mit der er sprach, im Hintergrund auf ihrer Tastatur tippte. „Falls Sie eine Postlieferung für diesen Mann mit einem Nachsendeauftrag vom Mercure City Center erhalten, möchte ich Sie bitten, dass Sie sich mit mir in Verbindung setzen und …“

„Es tut mir leid“, unterbrach ihn die Frau. „Normalerweise darf ich Ihnen keine Auskünfte geben, aber in diesem Fall haben wir ohnehin keine Reservierung auf den Namen Roman Schleifer.“

Lohmann rief sich die Informationen des Zettels in Erinnerung. „Zimmer Nummer 406?“, wiederholte er.

„Weder auf diese noch auf eine andere Zimmernummer.“

„Vom einunddreißigsten Mai bis zum vierten Juni?“

„Nein, tut mir leid.“

„Haben Sie eine Reservierung auf den Namen Thomas Hardkovsky?“, fragte er und buchstabierte den Namen.

„Einen Moment … nein, tut mir leid.“

Lohmanns Halsschlagadern schwollen an. „Hatten Sie in den letzten Tagen einen Gast bei Ihnen, etwa fünfzig Jahre alt mit grauem Bürstenhaarschnitt?“, fragte Lohmann und gab eine detaillierte Personenbeschreibung von Hardy durch, obwohl er bereits wusste, dass das nichts brachte.

„Nein, nicht als ich Dienst hatte.“

„Danke.“ Lohmann legte auf. Verfluchte Scheiße! In diesem Moment läutete sein Handy. Timboldts Nummer leuchtete auf. Er ging sofort ran und brüllte ins Telefon: „Lass Hardy auf keinen Fall entwischen!“

„Ja, das sagst du so leicht“, murrte Timboldt, und Lohmann merkte schon am Klang der Stimme, dass Timboldt fuchsteufelswild war. „Ich habe das Taxi endlich eingeholt und jetzt gerade gesehen, dass kein Fahrgast mehr drin sitzt, obwohl das Taxi-Schild immer noch aus ist.“

„Fährst du überhaupt hinter dem richtigen Taxi her?“

„Ich bin kein Anfänger!“, schnaubte Timboldt.

„Dann benimm dich nicht so!“

„Hardy muss vor der Baustelle rausgesprungen sein, bei einer der U-Bahn-Stationen.“

Fuck!

Lohmann legte auf.

 

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»Ein Thrillerautor internationaler Klasse.«

Kronen Zeitung

»Grubers Stil ist rasant, komplex und sorgt immer wieder für überraschende Wendungen.«

Sebastian Fitzek

»Mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez hat Andreas Gruber ein wirklich starkes Team am Start.«

krimi-couch.de