Claudia Christ, Ferdinand Mitterlehner: No Bullshit | Leseprobe read’n’go

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No Bullshit

»Ehrlicher Blick, offenes Herz, klare Spur – das Buch ermutigt den Mann, eigene Wege zu gehen.«

Ein dickes Lob an alle Männer:

Mit dem verinnerlichten Glaubenssatz »man(n) muss alles ganz alleine hinbekommen « sind Männer wirklich erfindungsreich geworden, selbst schwierigste Situationen zu meistern. »Männer weinen heimlich« – die prägnante Textzeile aus Herbert Grönemeyers Song »Männer« bringt es auf den Punkt.
Unaussprechliche oder unangenehme Gefühle werden von Männern gerne ignoriert oder aus Hilflosigkeit völlig banalisiert oder knapp und bündig verbalisiert. Das ist doch Bullshit. »Alles chic« war die kurze WhatsApp-Antwort aus dem männlichen Bekanntenkreis auf eine sehr kritische familiäre Situation. »Männer haben auch Gefühle außer Hunger und Durst« war der versteckte Hinweis in einer Mail auf eine erlebte Kränkung.
Dieses erste Kapitel Verletzt macht Männern Mut, bei körperlichen und seelischen Verletzungen gut für sich zu sorgen und diese Wunden nicht mit einer lockeren Handbewegung abzutun.
Mit dem eigenen Auto gehen viele Männer besser um als mit dem eigenen Körper und der Seele. Der BMW, VW, Mercedes etc. wird rechtzeitig betankt, gewaschen und poliert, das Check-Heft gepflegt und der Reifendruck kontrolliert. Auch so manche liebevolle Streicheleinheit erhält die Karosse. Die Identifikation mit dem fahrbaren Untersatz geht so weit, dass der stolze Besitzer den Parkplatz mit »ICH stehe da drüben« anzeigt. Manche Männer haben im Auto ihren einzigen Rückzugsort, ein Faradaykäfig, der von äußeren Einflüssen abgeschirmt ist. Heftige Emotionen kann Mann mit der Tachonadel am Anschlag auf die Straße bringen und Ungerechtigkeiten mit Hupkonzerten und wilden Anschuldigungen oder Drohgebärden kommentieren.
Wir sagen dazu Bullshit. Mit der eigenen Gesundheit gehen Männer in der Regel nicht so pfleglich um, sondern sie gehen davon aus, dass diese auch ohne Fürsorge und Checkup 80 Jahre funktioniert. Das ist ein Trugschluss. Auch kleinere oder größere Schrammen werden lieber übersehen, verdrängt oder bagatellisiert, obwohl Körper und Seele schon deutliche Signale senden und die Energielampe auf Rot steht.
Warum ist das so? Das Auto bekommt alles, die Gesundheit nichts. Wegschauen gilt nicht: Es geht um Ihre Gesundheit und für ganz Mutige gibt es genug praktische Tipps, morgen auch direkt etwas zu verändern. Dazu passend erreichte mich die Mail eines Freundes: »Ich habe mir eine Waage mit Körperfettmessung im Zweipunktsystem gekauft. Gewichtstechnisch bin ich mit 74kg zufrieden, aber im Bauchbereich dürften es einige Kilo weniger sein. Das bedeutet, ich sollte mal wieder etwas Bewegung einschieben, Ernährung auf reines Fleisch umstellen und weniger Brot, oder beides? Was würde Frau Doktor empfehlen?« Die wichtigsten Punkte rund um die körperliche Gesundheit sind im Kapitel 1.1. »Verwundet – Mit dem Körper fürsorglich umgehen« benannt. Sie werden sicher einige »Roststellen « bei sich entdecken, die einer Ausbesserung bedürfen. Seien Sie mutig, nicht nur für Ihr Auto, sondern auch für sich selbst eine bessere Vorsorge zu organisieren. Und Oldtimer wollen auch besonders gehätschelt werden, denn Ersatzteile sind echte Mangelware.
Das Kapitel 1.2. nimmt das Thema »Verpennt – Schlafstörungen und andere Symptome« unter die Lupe. Die meisten Macken fangen ganz klein an und werden im Laufe der Zeit immer größer. Frühwarnsignale, dass hier etwas nicht stimmt, werden leider zu oft abgetan mit »das wird schon wieder«, »ich sollte ja mal zum Arzt gehen, aber …« Diese Ignoranz ist Bullshit. Insbesondere Schlafstörungen sind erste Anzeichen, dass der Körper und die Seele einfach nicht rundlaufen. Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter, sondern ändern Sie etwas. Es muss wirklich nicht der Herzinfarkt oder der Bandscheibenvorfall sein, welche Sie zu einem abrupten Bremsmanöver im hektischen Leben zwingen. Wenn der Motor stottert, lassen Sie doch auch Ihr Auto in der Werkstatt überprüfen oder warten Sie ab, bis es auf der Autobahn liegen bleibt? Ein sehr wichtiges und häufiges Phänomen in unserer Leistungsgesellschaft, die alles optimiert, funktionalisiert und profitabel macht, ist Kapitel 1.3. Verbrannt – Burnout vorbeugen. Besonders Männer sind häufig davon betroffen, da Vollerwerbstätigkeit plus Familie häufig mit chronischer Überforderung, ständiger Stressbelastung und inneren Sorgen verknüpft ist. Die eigenen Reserven werden bis zum Ende ausgeschöpft und leider nicht aufgeladen. Irgendwann geht dann gar nichts mehr. Richtig erahnt, keine Reserven zu haben ist Bullshit. Auch da ist es mutig, erste Warnzeichen, die blinkenden Kontrolllampen wie z.B. erhöhte Gereiztheit und Aggressivität oder das Gefühl der Energielosigkeit, wahrzunehmen und sich im Alltag zu entlasten. Wir wissen, dass Männer viele Argumente und Ausreden parat haben, im Hamsterrad weiter zu rennen wie bisher. »Nur noch das eine Projekt mache ich fertig …«, »Wenn ich den LKW nicht durch die Nacht fahre, dann komme ich zu spät mit der Ladung« etc. Das ist Bullshit. Wer da nicht aufpasst, landet dann drei Jahre später in einer Erschöpfungsdepression und braucht lange Erholungszeiten.
Mit dem Kapitel 1.4. Versucht – Irrwege der Abhängigkeit sprechen wir ein wichtiges Thema der Männergesundheit an. Wie schnell ist aus einem Bier oder Glas Wein das zweite oder dritte geworden. Irgendwann werden Nikotin oder Alkohol zur Gewohnheit und Mann hat einfach nicht mehr die Kontrolle. Wir stehen heutzutage einer Flut von schnellen »Ersatzglücksstoffen« (Alkohol, Nikotin, Hasch etc.) oder »Ersatzglückshandlungen« (Fernsehen, Internetgebrauch, Spielhallen, Frustkäufe, sexuelle Fantasien etc.) gegenüber. Immer griffbereit können diese Frustgefühle oder Unwohlsein schnell in gute Laune verwandeln. Nur das tolle Gefühl hält nicht lange an, die Schulden oder der körperliche Schaden schon. In jedem Leben gibt es Höhen und Tiefen, Freude und Frust. Kennt ja auch jeder Mann. Aber wirklich eine Niederlage einstecken zu müssen, ist schon schwere Kost, die mit aller Wucht auf das Selbstwertgefühl geht. Im letzten Unterkapitel  Kapitel 1.5. Victory – Sieg und Niederlagen begegnen zeigen wir Wege auf, die uns nach einer gescheiterten Mission wieder zum Leben erwecken, Hoffnung geben und die Kompetenzen wieder in das richtige Licht rücken. Im Sport ist es häufig zu sehen, wie Niederlagen verkraftet werden müssen. Der Lohn ist ein persönliches Wachstum und mehr Gelassenheit.
Im Kapitel »Verletzt« werden Männer aufgerüttelt, sich gut um ihre körperliche und seelische Gesundheit zu kümmern. Kleine Signale sollten als »gesundheitliche Seismografen« verstanden und wahrgenommen werden. Ziel ist es ja, dass möglichst nichts in die Brüche geht. Viele Ausreden, warum Mann keine Zeit hat etc. etc., sind einfach Bullshit. Wir wollen Sie als Männer ermuntern, sich neugierig Ihrer emotionalen und verletzbaren Seite zu stellen, rechtzeitig Hilfe anzunehmen und schneller die Weichen in Richtung Wohlbefinden und guter Lebensbalance zu stellen.

 

Mutiger Mann Sein

Jetzt mal Klartext: Auch Männer haben ihre Krisen – und wollen doch nur authentisch leben. Sie wollen nicht nur funktionieren, sondern ihrem Leben einen Sinn geben, getragen von einem guten Umfeld. Schuldgefühle, Versagensängste, Verletzungen machen krank und verstellen den Blick auf das, was zählt. Es braucht viel Mut, sich diesen Schwierigkeiten zu stellen und seinen Weg als Mann zu finden: als echter Kerl, der mutig, stark und kämpferisch für sich und für andere sorgt.

Die Autoren

Dr. Claudia Christ ist ausgebildete Internistin, Psychotherapeutin und Sportlerin. In ihrer «Akademie an den Quellen» arbeitet sie u.a. zu Themen wie Burnout, Resilienz und Psychokardiologie. Sie ist als Dozentin, Supervisorin und Keynote-Speaker tätig. Eine Vielzahl von Artikeln in Fachzeitschriften und Fachbücher hat sie als (Co-)Autorin veröffentlicht. Darüber hinaus ist sie sportlich-ausdauernd, künstlerisch-vernetzend und politisch-sozial engagiert.

Ferdinand Mitterlehner ist Dipl. Psychologe, Theologe und Musiker. In der «Akademie an den Quellen» arbeitet er als Psychotherapeut und Berater mit vielen Männern und u.a. zu Themen wie Patchwork und Familienunternehmen. Er ist als Dozent, Supervisor und Keynote-Speaker tätig, außerdem musizierend auf der Bühne und ist politisch-sozial engagiert.

No Bullshit

Mutiger Mann sein

Coole Sprüche – coole Ausstattung

Beim Lauftraining oder anderen Ausdauersportarten ist es ähnlich. Zunächst werden die Pulsuhren mit möglichst viel Tamtam auf Vordermann gebracht und gestartet. Das neueste Modell soll ja auch Beachtung finden. Es werden nebenbei Informationen über die besten Trainingspläne ausgetauscht und wie viel Strecke in welcher Geschwindigkeit heute zu absolvieren ist. Und dann fällt der innere Startschuss und los geht’s. Achtsamkeit für den eigenen Körper ist dabei nicht angesagt. Laufen bis der Puls rast, der Muskel schmerzt, die Bänder gezerrt und das Knie irgendwann knirscht. Kleine Wehwehchen kann man allerdings noch eine Zeit lang mit Schmerzmitteln, Bandagen und Physiotherapie kurieren. Auch wilde Ernährungstipps machen unter Männern die Runde, wie man mit Eiweiß, Energieriegeln, Basenpulver oder magerem Fleisch am Abend den Leistungsstand verbessern kann. Informiert sind die Männer schon und das gesetzte Ziel liegt häufig am oberen Ende. Als aktuelles Beispiel zu diesem Thema ist der Trainings-Wochenplan von Raimund hier abgedruckt, der vorsorglich zur Information per Mail an die mitreisenden Mallorca-Radfahrer verschickt wurde. Dazu schrieb Raimund auffallend viele Zeilen mit Maximalwörtern (markiert); »Da ich mich schon für Ende April in ein weiteres Top-Ereignis eingebucht habe, habe ich für Malle einen Trainingsplan erstellt, den ich euch in der Anlage beifüge. Hier findet die Grundlagenausdauer genügend Platz. Demnach wird es sehr sehr viele Runden durch die Gärten geben – ohne viel Autoverkehr. Daneben tummle ich mich an den Tagen 2 + 3 im langen Ost-West-Tal zwischen Pollenca und dem Anstieg zum Berg Richtung Kloster Lluc, um erste Intervalle zu fahren. An Tag 4 soll es 3-mal auf den ersten Berg Richtung Cap Formentor gehen. An Tag 7 dasselbe nochmals, aber mit mehr Tempo.« No Bullshit – da meint es einer ernst: Sport, Sport und nochmal Sport – aber hat so eine Reise nicht auch einen sozialen Aspekt? Geht es nicht darum, in der Gruppe aktiv zu sein, Erlebnisse zu teilen? Vor zwei Wochen wurde ich Teilnehmer einer typischen Szene in der Sauna. Ich landete zufällig am Freitagabend in der Aufguss-Sauna, die in unserem Studio ca. vierteljährlich stattfindet. Torsten, der »Saunameister«, schwenkte mit einer riesigen Borussia-Dortmund-Fahne (die könnte je nach Vorliebe auch anders aussehen) heiße Luft durch die Reihen, während sich die Männer Slibowitz aus Plastikbechern einverleibten. Dazu der Spruch »Ey Torsten, mach doch hier keine Kindersauna«, wobei alle schon fast am Kollabieren waren und die Augen vor Menthol-Eisminze brannten. Coole Sprüche und das maximale Rausholen ist hier die Devise.

Nichts für Softies: Mann-Sein heute

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Hey Männer – so schwierig ist das Leben gar nicht. Lebt mutig und stark...

Ferdinand Mitterlehner, Claudia Christ