Jo Nesbø – Macbeth | Leseprobe read’n’go

Schriftgröße anpassen

Scroll' los!

„Was blutig anfing mit Verrat und Mord, das setzt sich auch durch blutige Taten fort.”

 

Eine marode Industriestadt im Norden, über der ein ewiger Nebel aus Ruß und giftigen Ausdünstungen hängt. Seit Jahren haben die Leute keine Arbeit mehr, viel zu viele hängen an der Spritze. Die Drogenbanden liefern sich unerbittliche Kämpfe um die Vormachtstellung, die Straßen sind voller Blut.

Als auf den korrupten Chief Commissioner Kenneth der Idealist Duncan folgt, sehen Inspector Macbeth und Inspector Duff endlich die Chance gekommen: die Stadt aus dem Sumpf zu ziehen. Sie kennen sich seit Kindertagen, aus der Zeit im Waisenhaus – und kämpfen nun Seite an Seite gegen die Norse Riders und die Männer um Hecate.

 

Freund oder Feind?

Kämpfen Macbeth und Duff wirklich Seite an Seite gegen das Zerstörerische und Böse? Oder doch gegeneinander?

Blut fordert Blut

Die Zeit schien unvermittelt stillzustehen, und Duff sah, wie der Mann am Kopf der Tafel seinen Kopf wie in Zeitlupe hob. Ein rotes Schweinegesicht mit großen Nüstern und Zöpfen, die so straff geflochten waren, dass sie die Augen zu zwei engen, hasserfüllten Strichen in die Länge zogen. Aus seinem Mundwinkel hing ein langer, dünner Zigarillo. Sweno.

»Wir retten keine Geiseln«, sagte er.

In den nächsten zwei Sekunden erstarrte der gesamte Raum, und nur noch die Rolling Stones waren zu hören.

Bis Sweno einen Zug von seinem Zigarillo nahm. »Schnappt sie euch.«

Duff registrierte mindestens drei Norse Riders, die exakt gleichzeitig reagierten, und drückte auf den Abzug seiner AK­47. Hielt drauf. Versprühte Bleigeschosse vom Kaliber 7,62 Millimeter, die Flaschen zerschlugen, den Tisch durchlöcherten, die Wand trafen, Fleisch zerfetzten und schließlich auch Mick Jagger zwischen zwei laut geplärrten Silben stoppten. Duffs Waffe fühlte sich in seiner Hand warm und weich an, wie eine Frau. Eine Lampe nach der anderen zerbarst, und Dunkelheit senkte sich allmählich über den Raum. Als Duff schließlich den Finger vom Abzug nahm, schwebten Staub und Federn in der Luft, und eine einzelne Lampe schwang an der Decke hin und her, sodass die Schatten wie flüchtende Geister über die Wände jagten.

Inspector Macbeth: klug, taff, paranoid, aber unbestechlich – und ehrgeizig. So ehrgeizig wie Lady, Macbeths Geliebte, eine frühere Prostituierte.

Verrat ist menschlich, ewige Treue nicht.

»Unser Ehrgeiz! Denn nach Hunger, Kälte, Angst und Lust ist nichts so mächtig wie der Ehrgeiz, Macbeth. Weil Ehre der Schlüssel zum Respekt ist. Und dies hier ist der Generalschlüssel. Benutz ihn!« Sie hielt immer noch sein Revers fest, und ihr Mund war so nahe an seinem, dass er die Wut in ihrem Atem schmecken konnte.

»Liebling …«, begann er.

Sie ließ sein Revers los und presste stattdessen ihre Handflächen dagegen, als wolle sie seinen Herzschlag spüren. »Denk einfach daran, dass du einen Mörder umbringen wirst, genauso wie du den Norse Rider umgebracht hast. Dann wird es einfach sein.«

Der König des skandinavischen Kriminalromans

Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Journalist, Musiker und zählt zu den renommiertesten und innovativsten Krimiautoren seiner Generation. Seine Bücher sind in über 50 Sprachen übersetzt, werden verfilmt, und von seinen Harry-Hole-Thrillern wurden allein im deutschsprachigen Raum über 5 Millionen Exemplare verkauft. »Macbeth« ist sein neuester Thriller, der u.a. in Skandinavien, Großbritannien und den USA seit Erscheinen auf der Bestsellerliste steht. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Foto von © Thron Ullberg.

Herrlich düster - Jetzt direkt bestellen!

Jetzt
kaufen
24,00 €

"Weltklasse - ›Macbeth‹ ist das Beste seiner Bücher!"

Fædrelandsvennen

"Der unumstrittene König des skandinavischen Kriminalromans."

The Times