Robert Hofrichter: Im Bann des Ozeans Expeditionen in die Wunderwelt der Tiefe | Leseprobe read’n’go

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– so viel Wasser enthalten die Ozeane dieser Welt. Gigantische Badewannen, die nicht nur Künstler und Poeten, sondern vor allem Meeresforscher und Biologen faszinieren. Robert Hofrichter ist einer von ihnen.
Hier erzählt er die spannendsten Geschichten aus dem nassen Kosmos, der die Erde umgibt.

EIN BUCH, SO AUFREGEND WIE EIN TAUCHGANG IN DIE TIEFSEE!

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Expeditionen in die Wunderwelt der Tiefe

Das Meer ist eine unerschöpfliche Quelle von Geschichten!
Eine spannender als die andere!
In diesem Buch erzählt Robert Hofrichter die aufregendsten. Von seltsamen Lebensentwürfen und sonderbaren Sex-Praktiken in einem verbeulten Ozean berichtet er und stellt freundliche Haie und bekiffte Delphine vor. Wir erfahren mehr über Monsterwellen und über die geheimnisvollen Ungeheuer der Tiefe, aber auch über ein bezauberndes Netzwerk des Lebens im nassen Kosmos, der den Erdball umgibt. Kommen Sie mit! Tauchen Sie ein in die geheimnisvolle Welt unter Wasser!

Eine spannende Begegnung
Ein Wunsch für die Zukunft

Gibt es eine besonders spannende oder ungewöhnliche Erfahrung, die Sie unter Wasser gemacht haben?

Robert Hofrichter: »Spannende Erlebnisse hatte ich viele, weil ich seit nahezu 45 Jahren tauche und seit 50 Jahren im Meer schnorchle. Zu den aufregendsten Erlebnissen zählt eine Begebenheit auf Galápagos vor etwa fünf Jahren: Ich bin kein allzu guter Partner beim Tauchen, weil ich die Unterwasserwelt in der Regel durch den Sucher meiner Kamera sehe und zu wenig auf meine Begleiter achte. Und so verlor ich bei einem Tauchgang in einer Region, in der es enorme Strömungen und viele Haie gibt, meine Gruppe. Die Strömung war hier so stark, dass ich einfach mitgerissen wurde. Also treibe ich allein rasch dahin, als sich mir ein etwa 3,5 Meter langer Galapagoshai anschließt und bald anfängt, mich zu umkreisen. So driften wir etwa einen Kilometer gemeinsam weiter, wobei ich mich senkrecht ausrichte und immer so drehe, dass ich meine riesige Kamera auf den Hai richte und wir uns gegenseitig im Auge behalten. Wir konnten die Situation wohl beide nicht so richtig einschätzen: Passt das sonderbare Wesen mit dem Ding vor dem Gesicht ins Beuteschema oder nicht. Nun, der Hai entschloss sich, mich nicht zu probieren und drehte schließlich ab. Mich umgaben nur noch hunderte harmlose kleinere Seidenhaie, die ich in diesem Moment sehr, sehr gern hatte …«

 

Was würden Sie den Meeren für die nächsten 10 Jahre am meisten wünschen?

Robert Hofrichter: »Dass sich der ökologische Niedergang, der sich mit einer rasanten Beschleunigung immer stärker bemerkbar macht, zumindest etwas verlangsamt. Damit könnten wir etwas Zeit gewinnen und technologische Fortschritte und Entwicklungen zum Schutz der Ozeane nutzen. Wir müssen weg vom Plastik hin zu biologisch abbaubaren Materialien; wir müssen Substanzen, die ganze Nahrungsnetze der Meere vergiften, reduzieren; der Flächenverbrauchs an den Meeresküsten muss begrenzt werden, damit einige natürliche Lebensräume überleben; wir brauchen mehr Meeresschutzgebiete, in denen sich die Meeresfauna erholen und vermehren kann … Ich weiß, das sind fromme Wünsche. Aber wenn wir wollen, dann geht es, wie einige Schutzgebiete im Mittelmeer es zeigen.«

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Aus den Logbüchern des Schreckens

»Ich habe den Atem Gottes gespürt.« Als Kapitän Heinz Aye am 22. Februar 2001 diesen Satz in das Logbuch des Kreuzfahrtschiffes Bremen notierte, war schon länger klar, dass die Erzählungen der alten Seefahrer nicht ihrer Phantasie entsprungen waren. Es gab sie, die Monsterwellen, und eine 35 Meter hohe Wasserwand hatte sein Schiff getroffen, die Fenster der Brücke eingedrückt und diese geflutet. Er und sein 1. Offizier waren nur knapp mit dem Leben davongekommen. Einige Jahre zuvor, am 11. September 1995, hatte es eines der berühmtesten Schiffe der Welt, die Queen Elizabeth II., bei einer Atlantikfahrt nach New York erwischt. »Wir sahen eine weiße Riesenwelle auf uns zurollen. Es sah aus, als steuerten wir auf die Kreidekliffs von Dover zu«, berichtete Kapitän Ronald Warwick. Auch hier wurde die 29 Meter hoch gelegene Kommandobrücke des Schiffes überspült. In beiden Fällen blieben die Schiffe intakt und Besatzung und Passagiere kamen mit einem riesigen Schrecken davon.
Anderen erging es schlimmer. Im Juli 1909 verschwand vor Südafrika der britische Dampfer »Waratah«, 211 Menschen blieben verschollen. Die »Majestic«, eines der größten Schiffe seiner Zeit, stieß 1934 im Nordatlantik mit einer Monsterwelle zusammen. Der Kapitän, der sich auf der 30 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Kommandobrücke aufhielt, wurde schwer verletzt. 1966 war der Luxusliner »Michelangelo« auf dem Atlantik nach New York unterwegs. Als der Ozeanriese am Ende der Reise an der Freiheitsstatue vorbeifuhr, waren drei Menschen tot, viele verletzt und das riesige, über 270 Meter lange Schiff massiv beschädigt. Die Crew berichtete von einer etwa 25 Meter hohen Einzelwelle, die es mitten auf dem Atlantik im Sturm getroffen hatte.
Und im Dezember 1978 verschwand der deutsche Frachter »München« in einem schweren Sturm im Nordatlantik. Obwohl eine riesige Suchaktion gestartet wurde – 110 Schiffe und 13 Flugzeuge durchkämmten das Gebiet um die letzte vermutete Position des Schiffes weitflächig und über mehrere Tage hinweg –, fand man nur wenige Frachtstücke, ein paar ölverschmierte unbenutzte Rettungsinseln und die Reste eines Rettungsbootes. Die Bolzen, mit denen das Boot in 20 Metern Höhe
an den Davits gehangen hatte, waren vollständig verbogen: Ein gewaltiger Brecher musste die Aufbauten, die sich bei diesem Bautyp im vorderen Bereich des Schiffes befanden, getroffen und diese samt Kommandobrücke förmlich abrasiert haben.

 

Monsterwellen – gut vermessen und gar nicht selten

Riesenwellen aber, das wissen wir heute, können überall entstehen, im rauen Nordatlantik ebenso wie im Mittelmeer oder auf der Nordsee.
Seit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts finden sie, nicht zuletzt, weil auch Bohrplattformen Opfer von Monsterwellen wurden, größere Aufmerksamkeit in der Ozeanografie, wobei verbesserte Messtechniken Erstaunliches ans Licht bringen. Je mehr wir über die rogue waves wissen, desto klarer wird zum Beispiel, wie häufig sie tatsächlich vorkommen. Unter 3,9 Millionen Wellen, das hat man in einer Untersuchung vor der brasilianischen Küste festgestellt, waren 442 Riesenwellen. »Monsterwellen treten deutlich häufiger auf als bisher gedacht«, stellen Anne-Karin Magnusson vom Norwegian Meteorological Institute in Bergen und Mark Donelan von der University of Miami dann auch fest. Sie müssen es wissen, denn sie werteten von Lasersensoren erfasste Messdaten norwegischer Ölbohrplattformen auf dem Ekofisk Ölfeld aus. Hier wird seit 2003 die Wellenhöhe an den Förderanlagen von vier Lasern fünf Mal pro Sekunde erfasst. Allein am 9. November 2007 wurden während eines Sturms 13.535 Wogen ausgewertet. Eine davon erreichte unter Fachleuten Berühmtheit: Die so genannte »Andrea-Welle« war eine der steilsten jemals gemessenen Wogen. Von der Basis bis zum Scheitel war sie knapp 21 Meter hoch, hundert Meter breit und 64 Kilometer pro Stunde schnell. Und Andrea ist nicht allein: »Über jeden Flecken See rollt einmal in drei Wochen eine steile Monsterwelle«, stellt die Studie fest. Etwas zurückhaltender urteilt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das ebenfalls Jagd macht auf Monsterwellen. Mit Hilfe von Radarsatelliten tasten die Mitarbeiter die Oberfläche des Ozeans ab. Ihr Ergebnis: Weltweit erheben sich pro Woche zwei bis drei extrem hohe Wasserwände aus dem Meer.
Um die Entwicklung von Monsterwellen und ihre Verbreitung besser zu verstehen, wurde das EU-Projekt »MaxWave« ins Leben gerufen: Mehrere Satelliten umrunden die Erde und zeichnen die Wellen der Ozeane auf. Auch Bohrtürme und Bohrplattformen sind mit modernen Messgeräten ausgestattet, die Wellen erfassen. Mit Hilfe dieser Technik ist es heute möglich, Wellenprognosen und Wellenkarten zu erstellen und so die Schifffahrt vor den Rogue Waves mindestens zu warnen. Prognosen, die noch vor kurzem undenkbar waren.

 

Geschichten vom Schrecken und der Schönheit der See

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