Claudia Gray: Constellation – Gegen alle Sterne | read'n'go Leseprobe | Leseprobe read’n’go

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Gegen alle Sterne

Noemi ist bereit zu sterben, um ihren Planeten gegen die Erde zu verteidigen. Als sie in einem verlassenen Raumschiff nach Hilfe für ihre schwer verletzte Freundin sucht, trifft sie auf Abel, die perfekteste künstliche Intelligenz, die je entwickelt wurde. Er ist programmiert, sie zu töten. Gleichzeitig aber muss Abel dem ranghöchsten Menschen an Bord gehorchen. So gelingt es Noemi, ihm das Geheimnis zu entlocken, das ihren Planeten retten kann. Dafür müsste sie Abel zerstören. Doch Abel sieht nicht nur aus wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Je näher sich die beiden auf der lebensgefährlichen Mission kommen, desto klarer wird Noemi: Er fühlt auch wie ein Mensch. Bald steht er längst nicht mehr nur aus programmiertem Gehorsam zu ihr. Aber ist er wirklich frei, alles für sie zu tun?

Dreißig Jahre sind eine lange Zeit...

Abel

Während Abel in der Schwerelosigkeit schwebt, in der dunklen Stille der Versorgungsschleuse eines verlassenen Schiffs, erzählt er sich wieder einmal die Geschichte. Die Schwarz-Weiß-Bilder flackern absolut exakt durch sein Gehirn, als wären sie vor ihm auf eine Leinwand projiziert, so, wie man sie vor Jahrhunderten gezeigt hat. Abel besitzt ein fotografisches Gedächtnis, er muss Dinge nur ein einziges Mal sehen, um sie sich für immer zu merken.

Und er mag es, sich an Casablanca zu erinnern. Sich jede einzelne Szene in genau der richtigen Reihenfolge immer wieder aufs Neue zu erzählen. Die Stimmen der Figuren sind in seinem Kopf so lebendig, als würden die Schauspieler neben ihm in der Versorgungsschleuse schweben.

Es ist eine gute Geschichte, eine, die sich durch die Wiederholung nicht abnutzt. Zum Glück für Abel, denn er sitzt nun seit fast dreißig Jahren in der Dädalus fest. Ungefähr fünfzehn Millionen siebenhundertsiebzigtausendneunhundert Minuten oder neunhundertsechsundvierzig Millionen siebenhunderttausend Sekunden.

In der nahezu völligen Dunkelheit seiner eingeengten Behausung kann Abel sich leicht vorstellen, dass die Realität so schwarz-weiß ist wie der Film.

Neuer Input. Form: irreguläre Lichtblitze. Die dramatische Szene in Abels Kopf wird jäh unterbrochen, als er aufblickt, um zu analysieren, was –

Blasterstrahlen. Ganz ohne Zweifel ist eine Schlacht zwischen Streitkräften der Erde und Genesis im Gange .

In genau solch einer Schlacht ist Abel hier gestrandet. Nach einer langen Ruhepause ist der Krieg in den vergangenen zwei Jahren wieder aufgeflammt. Zunächst fand er das vielversprechend. Wenn wieder Schiffe von der Erde das Genesis-System ansteuerten, würden sie die Dädalus irgendwann finden. Sie würden sie ins Schlepptau nehmen und alles, was sich darin befand, zurückholen, einschließlich Abel.

Und nach dreißig schrecklichen Jahren der Ungewissheit wäre Abel endlich in der Lage, seine oberste Direktive auszuführen: Burton Mansfield zu schützen.

Schütze sein Leben um jeden Preis.

Doch seine Hoffnungen sind geschwunden, je länger der Krieg tobt. Niemand ist gekommen, um ihn zu suchen. Obwohl Abel stärker als jeder Mensch ist und es sogar mit den leistungsfähigsten Kampf-Mechs aufnehmen kann, schafft er es nicht, die Luftschleusentür zu öffnen, die ihn vom Rest der Dädalus trennt. Er hat es versucht. Zwar weiß er bis auf die hundertste Dezimalstelle genau, wie schlecht seine Chancen stehen, aber Abel hat es trotzdem versucht. Dreißig Jahre sind eine lange Zeit.

Bestimmt hatte man weder Abel noch dieses Schiff leichtfertig aufgegeben. Höchstwahrscheinlich wurde Mansfield am selben Tag von den feindlichen Truppen getötet, als Abel hier eingeschlossen wurde.

Andererseits, Mansfield ist ein Genie, der Schöpfer aller sechsundzwanzig Mech-Modelle, die derzeit der Menschheit dienen. Wenn überhaupt jemand einen Weg gefunden hatte, jene letzte Schlacht zu überleben, dann Mansfield.

Natürlich könnte Abels Schöpfer inzwischen auch gestorben sein. Vielleicht ist das der Grund, warum er nicht gekommen ist. Ganz bestimmt hätte Mansfield sich nur durch seinen Tod davon abhalten lassen.

Es gibt noch eine Möglichkeit. Die am wenigsten wahrscheinliche, aber trotzdem nicht ausgeschlossen: Mansfield befindet sich noch an Bord, im Kryoschlaf. Die Kryokammern in der Krankenstation könnten einen Menschen auf unbestimmte Zeit am Leben erhalten. Die darin liegende Person wäre bewusstlos und müsste auf einen Retter warten, der sie aufwecken würde.

Abel müsste es nur irgendwie dorthin schaffen.

»Wir sind die nächste Generation. Wenn sie nicht versuchen, uns zu retten, wen dann?«

Noemi

Ich muss fast ganz oben sein, denkt sie, als sie um die nächste Kurve biegt, ihre Schritte donnern auf den Metallplatten des Fußbodens. Einer der nächsten Räume muss die Krankenstation sein …

Zwei Jahre militärische Ausbildung haben Noemis Reflexe trainiert. Daher klingeln in ihrem Innern ganz schwach die Alarmglocken, als sich ihr Schrittgeräusch auf einer der Metallplatten anders anhört als bei den anderen. Vielleicht ist es dieser zusätzliche Adrenalinschub, der ihre Sicht schärft und sie eine rasche Bewegung hinter der nächsten Kurve wahrnehmen lässt – etwas Hellgraues hebt sich vom pechschwarzen Hintergrund ab. Noemi reagiert instinktiv, wirft sich augenblicklich zur Seite, um sich hinter eine der Metallstreben zu ducken, einen Sekundenbruchteil bevor ein Blasterstrahl den Boden versengt.

Einen Wimpernschlag später hält sie ihren eigenen Blaster in der Hand. Noemi beugt sich nach vorne, um auf ihren unbekannten Angreifer zu schießen, und zieht sich blitzschnell zurück, bevor wer auch immer sie wieder ins Visier nehmen kann. Ozongeruch sticht ihr in die Nase und jetzt gerät sie endgültig in Panik.

Wie kann jemand hier drin sein? Hat ein Mensch irgendwie dreißig Jahre in diesem Schiff überlebt?  Was Noemi am meisten Angst macht, ist, dass ihr Angreifer zwischen ihr und der Krankenstation steht. Dieser Eindringling oder Gestrandete, ganz egal wer es ist, hält Noemi davon ab, Esther die benötigte Hilfe zu bringen. In diesem Augenblick könnte Esther innerlich verbluten.

Aus Angst wird unbändige Wut. Noemi schießt blindlings um die Kurve des Korridors. Ihr Angreifer ballert sofort zurück, verfehlt sie nur um Millimeter; die Hitze des Feuerstoßes versengt ihre bloßen Finger.

Das war so knapp. So präzise. Und dabei hatte er nur einen Sekundenbruchteil zum Zielen …

Noemi ist eine Kriegerin von Genesis

Noemis Eingeweide krampfen sich zusammen. Ein Mech. Das muss es sein, noch so ein verfluchter Mech. Zunächst ist sie verwirrt – ich weiß, dass keine anderen Mechs mit uns in diese Richtung geflogen sind, nur der eine, den ich zerstört habe –, bis ihr klar wird, dass er schon die ganze Zeit an Bord gewesen sein muss, seitdem das Schiff aufgegeben wurde. Die Menschen retteten sich selbst und flohen zurück zur Erde und ließen diesen seelenlosen Metallhaufen zurück, damit er das Wrack für immer verteidigte.

Jetzt endlich hat auch die Alarmanlage der Dädalus registriert, dass an Bord Waffen abgefeuert wurden. Die Lampen leuchten nicht mehr orange, sondern rot und beginnen hektisch zu blinken, der stroboskopartige Effekt lässt die gesamte Umgebung seltsam und entrückt erscheinen. Noemis Herzschlag beschleunigt sich entsprechend. Sie ist eine Kriegerin von Genesis. Als sie heute in die Schlacht zog, tat sie es in dem Bewusstsein, womöglich von einem Mech getötet zu werden. Aber sie will verdammt sein, wenn sie es zulässt, dass einer davon auch noch Esther tötet. Noemi muss diesen Mech jetzt zerstören und die Krankenstation erreichen – oder bei dem Versuch sterben.

Erfahre mehr über die Welten von "Constellation"

Der Rebellenplanet Genesis
Die gegnerischen Erdkolonien

Genesis

Klimakatastrophen machen die Erde nahezu unbewohnbar, doch es gibt einen Planeten, der der Erde ähnlich ist.
Genesis ist ein wenig größer und hat ein etwas gemäßigteres Klima. Sein kräftiges, einladendes Grün erinnert an die Erde von vor langer Zeit, vielleicht vor Millionen Jahren, als sie noch gesund und üppig bewachsen war.
Der Planet hat in einem Befreiungskrieg die Unabhängigkeit erkämpft, um zu verhindern, dass er auch noch zugrundegerichtet wird. Doch die Erde gibt nicht auf und greift immer wieder an.

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Kismet

Klimakatastrophen machen die Erde nahezu unbewohnbar. Die Menschheit ist auf der Suche nach einem neuen Ort, wo sie sicher leben kann. Aber es gibt nicht viele Möglichkeiten im bekannten Kosmos. Doch auf dem Planeten Kismet haben sich Menschen ansiedeln können. Der kleine Planet besteht zum Großteil aus Wasser, das ihn in einem sanften Violett schimmern lässt. Die geringe Landmasse kommt einer Oase gleich. Hier leben die reichsten und berühmtesten Menschen der Erdkolonien.

 

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Cray

Auf dem Planeten Cray leben nur sehr wenige Menschen. Nach dem verheerenden Untergang der Erde haben sich hier einige Elitewissenschaftler, deren Studenten und qualifizierte Fachkräfte niedergelassen. Eigentlich ist Cray nahezu unbewohnbar, es ist ein wüstenähnliches Terrain mit einer orangefarbenen und schroffen Oberfläche. Die Menschen hier leben und arbeiten unter der Erde.

 

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Stronghold

Der Planet Stronghold besteht aus Metallerzen, die ihn in einem trüben und eisigen Grau erscheinen lassen. Seitdem die Erde unbewohnbar ist, leben hier Minenarbeiter der Erdkolonien. Neben dem Rebellenplaneten “Genesis” ist Stronghold der einzige Ort, an dem über zehn Millionen Menschen wohnen. Hier werden Raumschiffe gebaut und Waffen für die Kämpfe gegen die Rebellen produziert.

 

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Weiter ohne Welten

 

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Kass Morgan, Autorin von "Die 100"