Zoe Sugg: Solo für Girl Online | Leseprobe read’n’go

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Hi, ich bin Zoella!

Zoe Sugg alias Zoella ist eine Videobloggerin aus Brighton in England. Ihre Beauty- und Styling-Vlogs haben ihr über 14 Millionen Follower und viele Preise eingebracht. Zoes „Girl-Online“ Bücher sind weltweit ein großer Erfolg.

Auf dem Weg in ein neues Leben!

Nach einer ziemlich schwierigen Zeit auf Tour mit ihrem Rockstar Noah weiß Penny eines sehr genau: Sie will ihre eigenen Wege gehen. Noah ist einfach abgetaucht, und niemand weiß, wo er sich aufhält. Auch Penny nicht. Seit Wochen hat sie nichts von ihm gehört. Für sie wird es Zeit, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden. Da kommt eine Einladung nach London gerade recht …

Vorhang auf

Kann Penny ihren Popstar-Exfreund vergessen und sich neu verlieben?

Wo ist Brooklyn Boy?

»Hast du wirklich seit Mitte August nichts mehr von Noah gehört?«
Ich zucke mit den Schultern. »Nö.«
»Das kann ich gar nicht glauben. Brooklyn Boy enttäuscht uns.«
Ich zucke noch mal mit den Schultern. Das ist so ungefähr die einzige Geste, zu der ich in der Lage bin. Wenn ich zu lange darüber nachdenke, kommen all die Gefühle wieder hoch. Und es hat mich genug Mühe gekostet, sie zu verbergen.
»Alles, was ich habe, ist diese eine SMS.« Ich hole mein Handy hervor und öffne die Nachricht. »Siehst du?«

 

Ich weiß nicht, wie Noah »bald« definiert, aber das ist jetzt schon über einen Monat her, und ich habe keinen Mucks von ihm gehört. Dabei habe ich ihm mehrere SMS, Direct Messages über Twitter und E-Mails geschickt und nie eine Antwort bekommen. Weil ich nicht wie die verzweifelte Exfreundin wirken wollte, die ihm nachspioniert, habe ich vor kurzem damit aufgehört. Aber es zieht sich immer noch alles in mir zusammen, wenn ich nur daran denke, dass er überhaupt nicht reagiert hat.

»Tja, du hast das Richtige getan, indem du deine Story veröffentlicht hast, damit die Leute dich endlich in Ruhe lassen. Wer braucht schon so ein Drama, was?«

»Genau.«

»Denkst du, er hat jemand anderen kennengelernt?«

Elliot schaut mich über den Rand seiner Brille mit einem Ausdruck an, den ich nur zu gut kenne. Das wird Penny gar nicht gefallen, sagt dieser Ausdruck, mit dem er mich hin und wieder überrascht.

»Elliot!« Ich werfe die Bürste nach ihm, der er mühelos ausweicht. Sie knallt gegen die Wand und landet dann auf einem Haufen Wäsche.

»Was denn? Er ist Single, du bist Single.«

Es wird Zeit, dass du mal wieder rausgehst!

17. September – Gespenster sehen

Im Moment sind die Gespenster das, was mir am meisten zu schaffen macht. Damit meine ich keine echten Gespenster (wenigstens hoffe ich das), sondern die Schatten – die Spuren – der vermissten Person, die noch überall in meinem Alltag zu finden sind, und diese Gespenster sind bereit, mich jeden Moment anzuspringen, sodass mir fast das Herz stehenbleibt.

Obwohl ich mir sicher bin, dass er weit weg von hier ist, denke ich dauernd, ihn in einer Menschenmenge direkt vor mir zu sehen. Bei einer Gelegenheit habe ich sogar einen armen Kerl mal die Straße runter verfolgt, und als er sich dann umdrehte – da war er es natürlich nicht. Es war nur ein Junge mit dunklem Haar.

Bin ich dabei, den Verstand zu verlieren? Kennt ihr dieses englische Sprichwort, dass ihr eine Gänsehaut kriegt, weil gerade jemand über euer Grab läuft? Genau so fühlt sich das an – bibbernd, kalt, ein bisschen unheimlich –, und ich komme mir dabei immer etwas erbärmlich vor. Was kann ich bloß machen, um die Gespenster zu verscheuchen und mich wieder normal zu fühlen?

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Alles erinnert mich irgendwie an ihn.

Eine Landschaft zum Verlieben.

»Können wir mal anhalten?« Ich tippe Dad auf die Schulter, während wir aus der Stadt Inverness herausfahren. Den Flug nach Schottland habe ich überstanden – aber nur mit Hilfe von Mums großer, kuscheliger Strickjacke, die ich mittlerweile so oft um mich gewickelt und ausgeleiert habe, dass sie schon wie eine zerschlissene Decke mit Ärmeln aussieht. Immer wenn ich glaube, meine Panikattacken voll im Griff zu haben, kommt eine Flugreise und erinnert mich daran, dass noch viel Arbeit vor mir liegt, bis es mir dauerhaft gut geht. Vielleicht wird es mir auch nie zu hundert Prozent so gehen, wie ich mir das vorstelle, aber solange mich das nicht davon abhält, die Dinge zu unternehmen, die ich mag, geht das schon in Ordnung.

Jetzt, wo wir in Schottland gut gelandet sind, habe ich meine Panikattacken wieder in die hinterste Ecke meines Kopfes verbannt. Ich blicke aus dem Seitenfenster des Autos und sehe einen glitzernden See, der sich bis zum Horizont erstreckt, und golden strahlende Felder.

Nun sitzen wir gerade mal eine halbe Stunde in dem Wagen und ich bin von der schottischen Landschaft schon vollkommen verzaubert.

»Penny, wenn wir alle fünf Minuten anhalten, werden wir es nie zu Castle Lochland schaffen.«

»Nur noch dieses eine Mal, bitte?«

»Na gut, meine Lieblingstochter.« Dad hält auf dem steinigen Seitenstreifen und ich springe aus dem Auto.

Ich habe mich nie besonders für Landschaftsfotografie interessiert, aber hier gibt es an jeder Ecke ein Motiv, das mich noch mehr inspiriert als das zuvor. Auf dem Display meiner Kamera betrachte ich das Bild, das ich gerade aufgenommen habe. Ich grinse. Diese Landschaft benötigt keinerlei Filter oder sonstige Bearbeitung, um fantastisch auszusehen. Sie ist es einfach.

Ich atme tief ein und die saubere, frische Luft füllt meine Lungen. Ganz anders als in Brighton, wo in der Luft immer etwas Salz vom Meer hängt. Hier fühlt sie sich rein und irgendwie stärkend an.

Ein ungeduldiges Hupen von Dad holt mich zurück in die Realität und ich begebe mich zurück in den Wagen.

»Sorry, Dad. Hier ist es einfach zu schön!«

»Wenn wir uns in Castle Lochland eingerichtet haben, musst du Spaziergänge durch die Highlands unternehmen«, sagt Mum vom Beifahrersitz. »Das wird dir gefallen. Aber nimm jemand mit, der sich dort auskennt, damit du dich nicht verläufst.«

»Ja, vielleicht werde ich jemand mitnehmen«, sage ich verträumt.

»Oh. Mein. Gott.«

Ein Traum im Nebel.

Ich presse mein Gesicht fast an die Fensterscheibe.

Das Schloss steht auf einer Felsinsel inmitten eines gigantischen Sees. Eine lange Brücke verbindet die Insel mit dem Festland. Im Moment liegt auf dem See eine dicke Schicht Nebel, sodass das Schloss aussieht, als würde es in den Wolken schweben. Um den ganzen See herum stehen hohe, dichte Bäume, wie die, durch die wir gerade gefahren sind. Das helle Orange und Rot des Herbstlaubs sticht einem direkt ins Auge.

Dieser Ort ist perfekt und magisch und genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

Zu schön, um wahr zu sein?

Wir wollen gerade gehen, als eine Hand auf meine Schulter tippt, sodass ich zusammenzucke. Ich drehe mich um und ein umwerfender Junge schaut mir in die Augen. Sofort denke ich, dass er bestimmt Megan gemeint hat, doch als ich einen Schritt beiseite mache, streckt er wieder die Hand aus und hält mich mit einer Berührung auf.

 

Wieder zu Hause …

 

»Also, in dem Gemeinschaftsraum dort war dieser Junge. Sie hat ihm meine Nummer gegeben.«

Jetzt lehnt Elliot sich mit einem Ruck nach vorn und legt beide Hände flach auf den Tisch. »STOPP! Ich brauche Details. Wie groß? Augenfarbe? Gut aussehend? Name? Beruf? Lass mich alles wissen, Penny Porter.«

Ich lache. »Er heißt Callum und ist Schotte.«

»Dann liebe ich ihn jetzt schon«, schwärmt Elliot und täuscht eine Ohnmacht vor.

»Er studiert an der Madame Laplage Fotografie und ist riesengroß. Er hat faszinierende blaue Augen und blonde Locken … Vermutlich ist er ein bisschen umwerfend.«

»Ein superscharfer Fotografie-Geek? Bist du dir sicher, dass du diesen Typ nicht bloß geträumt hast?«

Ich merke, dass ich ein bisschen rot werde, während ich von ihm erzähle. »Nein, aber es war seltsam, jemand kennenzulernen, mit dem ich so viel gemeinsam habe. Also zumindest oberflächlich.«

»Darum musst du dich auch mit ihm verabreden, Penny. Um rauszufinden, ob da nicht auch noch etwas unter die Haut geht!« Er zwinkert mir vielsagend zu.

»Und ich wette, er hat einen heißen Scottish Brrrogue.«

»Einen was?«

»Einen Akzent. Och aye the noo, lassie, Auld Langs Syne und so?«

Ich verziehe das Gesicht über sein schreckliches nachgemachtes Schottisch. »So nicht, aber ja, manchmal musste ich schon genau hinhören, um zu verstehen, was er sagte. Gelegentlich klingt es, als würde er eine andere Sprache sprechen, aber mir gefällt’s.«

»Ach, das ist ja so romantisch!«

»Überstürz mal nichts – er hat mich noch nicht mal angerufen oder eine Nachricht geschickt.«

»Das wird er.«

»Woher willst du das wissen?«

»Ich habe einfach so ein Bauchgefühl. Ach, Pen, ich freu mich total für dich.«

»Ich habe einfach so ein Bauchgefühl.«

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WDR 1Live