Karen M. McManus: One of Us Is Lying | Leseprobe read’n’go

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One of us is lying ...

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt.

 

🙋‍♀️     Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln.

👸        Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen.

💀        Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg.

 ⚾🏃   Cooper glänzt als Baseball-Spieler.

📱       Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle.

 

Was kann dabei schon schief gehen?

Eine Highschool. Ein Toter. Vier Verdächtige.

 

Aus Coopers Sicht

»Addy ist das Prinzesschen und du bist die Sportskanone«, sagt Simon zu mir. Er deutet mit dem Kinn auf Bronwyn und danach auf Nate. »Du die Intelligenzbestie und du der Outlaw. Ihr seid allesamt wandelnde Teenie-Film-Stereotypen.«

»Was ist mit dir?«, fragt Bronwyn, die vom Fenster an ihren Platz zurückkehrt und sich auf ihr Pult setzt. Sie schlägt die Beine übereinander und zieht ihren dunklen Zopf über die Schulter nach vorn. Mir fällt auf, dass sie dieses Jahr hübscher aussieht als früher. Vielleicht eine neue Brille? Längere Haare? Jedenfalls hat sie auf einmal so eine »Sexy Nerd«-Ausstrahlung.

»Ich bin der allwissende Erzähler«, antwortet Simon.

Bronwyns Brauen schießen über den schwarzen Rand ihrer Brille. »Die Rolle gibt‘s in Teenie-Filmen nicht.«

»Ach, Bronwyn …« Simon zwinkert ihr zu, hebt den Wasserbecher an den Mund und trinkt ihn in einem Zug aus. »Im wahren Leben schon.«

Es klingt wie eine Drohung, und ich frage mich, ob er irgendwas über Bronwyn herausgefunden hat, das er über seine blöde App verbreiten kann. Ich hasse dieses Ding. Fast alle meine Freunde sind dort schon durch den Dreck gezogen worden, was in manchen Fällen zu echten Problemen geführt hat. Mein Kumpel Luis ist wegen dem, was Simon über ihn geschrieben hat, von seiner Freundin verlassen worden. Ja, okay, an der Geschichte, dass Luis was mit der Freundin seines Cousins hatte, war tatsächlich was dran. Aber trotzdem. So was darf man nicht einfach online stellen. Der Flurtratsch ist schon schlimm genug.

Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich ziemlich viel Schiss davor, was Simon über mich schreiben könnte, wenn er mich ins Visier nehmen würde.

Simon hält seinen Becher hoch und verzieht das Gesicht. »Schmeckt total widerlich.« Er lässt ihn mit einer dramatischen Geste fallen und ich verdrehe die Augen. Selbst als Simon zu Boden sackt, glaube ich immer noch, dass er das Ganze bloß spielt. Bis er zu röcheln anfängt.

Bronwyn springt auf und läuft zu ihm. »Simon …« Sie schüttelt ihn an den Schultern. »Alles okay? Was ist los? Simon! Hey, kannst du mich hören?« Die Sorge in ihrer Stimme verwandelt sich in Panik, sodass ich ebenfalls aufspringe, aber da hat Nate sich schon an mir vorbeigeschoben und kniet sich neben Bronwyn.

»Wir brauchen den Pen«, sagt er mit Blick auf Simons Gesicht, das dunkelrot angelaufen ist. »Hast du ihn dabei?« Simon nickt wild und fasst sich an die Kehle. Ich schnappe mir schnell meinen Kuli und halte ihn Nate hin, weil ich annehme, dass er einen Luftröhrenschnitt oder so was in der Art durchführen will, aber Nate schaut mich so entgeistert an, als wäre mir gerade ein zweiter Kopf gewachsen. »Seinen EpiPen, meine ich. Dieses Ding, mit dem man sich Adrenalin spritzen kann.« Er schaut sich suchend nach Simons Rucksack um. »Ich glaub, er hat einen allergischen Schock.«

Addy ist mittlerweile ebenfalls aufgestanden. Sie steht einfach da, hat die Arme um den Körper geschlungen und scheint vor Schock kein Wort rauszukriegen. Bronwyn dreht sich mit hektisch gerötetem Gesicht zu mir. »Ich rufe einen Krankenwagen und gehe einen Lehrer holen. Bleib solange bei ihm, okay?« Sie holt ihr Handy aus Mr Averys Schublade und läuft auf den Flur hinaus.

Ich hocke mich neben Simon. Seine Augen treten ihm aus dem Kopf, die Lippen sind blau angelaufen und er gibt grauenhafte Erstickungsgeräusche von sich. Nate hat mittlerweile den kompletten Inhalt von Simons Rucksack auf den Boden geschüttet und wühlt sich durch das Chaos aus Büchern, Arbeitsblättern und anderem Zeug. »Wo hast du ihn, Simon?« Er zieht den Reißverschluss des Vorderfachs auf und kramt zwei Stifte und einen Schlüsselbund heraus.

Aber Simon ist nicht mehr in der Lage zu sprechen. »Alles wird gut, du schaffst das, Kumpel. Ganz ruhig«, sage ich und lege ihm eine schweißnasse Hand auf die Schulter, als ob das irgendetwas nützen würde. »Wir haben dafür gesorgt, dass Hilfe kommt.« Ich drehe mich zu Nate um. »Bist du sicher, dass er sich nicht nur an irgendwas verschluckt hat?« Möglicherweise braucht er keinen verdammten EpiPen, sondern ein beherztes Heimlich-Manöver.

Nate ignoriert mich und wirft Simons leeren Rucksack zur Seite. »Fuck!«, schreit er und schlägt mit der Faust auf den Boden. »Das gibt’s doch nicht. Hast du ihn irgendwo in der Hosentasche, Simon? Simon!«

 

Aus Nates Sicht

Oh.

Mein.

Gott.

 

Was ist gerade passiert?!

 

Wir sitzen da und schauen schweigend zu, wie die letzten Schüler vom Parkplatz fahren, während Bronwyn immer wieder an dem Flachmann nippt. Als ich ihn ihr schließlich wegnehme, bin ich überrascht, wie leicht er ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bronwyn harten Alkohol gewöhnt ist. Sie scheint mir eher der Typ für Alcopops zu sein. Wenn überhaupt.

»Das Mitfahrangebot steht noch«, sage ich und stehe auf.

Zu meiner Überraschung nickt Bronwyn. »Klar, warum nicht«, sagt sie und streckt mir eine Hand hin. Sie schwankt ein bisschen, als ich ihr aufhelfe. Wahrscheinlich hätte ich ihr den Flachmann schon früher wegnehmen sollen, mir war nicht klar, dass Alkohol auch schon innerhalb von fünfzehn Minuten wirken kann. Wobei ich mir das bei einem Fliegengewicht wie Bronwyn Rojas hätte denken können.

»Wo wohnst du denn?«, frage ich, als ich auf mein Bike steige und den Schlüssel in Zündschloss stecke.

»Thorndike Street. Durchs Zentrum und nach dem Starbucks dann links auf die Stone Valley Terrace.« Im Nobelviertel. War ja klar.
Normalerweise nehme ich niemanden auf dem Motorrad mit, weshalb ich keinen zweiten Helm mithabe, also gebe ich ihr meinen und muss mich zwingen, den Blick von der nackten Haut ihrer Schenkel abzuwenden, als sie hinter mir aufsteigt und sich den Rock zwischen die Beine klemmt.

»Fahr aber nicht so schnell, okay?«, sagt sie nervös, als ich den Motor starte, und schlingt die Arme viel zu fest um meine Taille. Irgendwie hätte ich Lust, sie noch ein bisschen mehr aus der Fassung zu bringen, fahre aber nur halb so schnell vom Parkplatz wie sonst. Trotzdem klammert sie sich sogar noch fester an mich und presst ihren behelmten Kopf an meinen Rücken, während ich mich durch den Verkehr fädele, aber ich sage nichts. Wenn ich tausend Dollar hätte, würde ich sie darauf verwetten, dass sie die ganze Fahrt über die Augen zukneift.

Das Haus sieht exakt so aus, wie man es erwarten würde – eine riesige viktorianische Villa umgeben von einem gepflegten Rasen mit exotisch aussehenden Bäumen und Blumenbeeten. In der Einfahrt parkt ein Volvo SUV. Mein Motorrad – das man, wenn man großzügig ein Auge zudrückt, als Oldtimer bezeichnen könnte – wirkt daneben genauso fehl am Platz wie ich neben Bronwyn. Es gibt hier gleich mehrere Dinge, die nicht zusammenpassen.

Bronwyn steigt ab und fummelt am Riemen des Helms herum. Ich helfe ihr und löse eine Haarsträhne, die sich im Verschluss verfangen hat, bevor ich ihr den Helm abziehe, worauf sie tief durchatmet und ihren Rock glatt streicht.

»Das war ziemlich … beängstigend«, sagt sie und zuckt zusammen, als ihr Handy klingelt. »Wo ist mein Rucksack?«

»Auf deinem Rücken.«

Sie nimmt ihn ab und holt ihr Handy aus dem Vorderfach. »Hallo? Ja, ich kann … Ja, hier spricht Bronwyn. Haben Sie … Oh mein Gott. Sind Sie sicher?« Der Rucksack rutscht ihr aus der Hand und fällt ihr vor die Füße. »Verstehe. Danke, dass Sie angerufen haben.« Sie lässt das Handy sinken und sieht mich mit großen Augen an, in denen Tränen glitzern.

»Er hat es nicht geschafft, Nate«, sagt sie mit zitternder Stimme. »Simon ist … er ist tot.«

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Aus Bronwyns Sicht

Ich kann nicht aufhören, es immer wieder im Kopf durchzurechnen. Es ist Dienstag, zehn vor neun. Vor exakt vierundzwanzig Stunden ist Simon das letzte Mal zu seinem Klassenzimmer gegangen. Sechs Stunden und fünf Minuten später sind wir gemeinsam zum Nachsitzen angetreten. Eine Stunde später war er tot.

Siebzehn Jahre einfach so ausgelöscht, von jetzt auf gleich.

Ich schlüpfe an meinen Platz in der letzten Reihe und bilde mir ein, dass sich fünfundzwanzig Köpfe zu mir umdrehen, als ich mich setze. Auch ohne Update bei About That hat sich die Nachricht von Simons Tod schon gestern Abend überall herumgesprochen. Sämtliche Leute, denen ich je meine Handynummer gegeben habe, haben mich mit Nachrichten bombardiert.

»Alles okay?« Meine Freundin Yumiko greift nach meiner Hand und drückt sie. Ich nicke, aber die kleine Bewegung reicht, um das schmerzhafte Pochen in meinem Kopf noch zu verstärken. Wie sich herausgestellt hat, ist es eine ganz miese Idee, auf nüchternen Magen einen halben Flachmann Bourbon zu trinken. Zum Glück waren meine Eltern beide noch arbeiten, als Nate mich absetzte, und meine Schwester Maeve hat mir so viel schwarzen Kaffee eingeflößt, dass ich mich wieder halbwegs verständlich ausdrücken konnte, als sie nach Hause kamen. Was von dem Rausch an Nachwirkungen übrig war, erklärten sie sich damit, dass ich noch traumatisiert war.

Es gongt zur ersten Stunde, doch das Lautsprecherknacken, das sonst die morgendlichen Durchsagen ankündigt, bleibt aus.

Stattdessen räuspert sich unsere Klassenlehrerin Mrs Park und steht von ihrem Pult auf. Der Zettel, den sie in der Hand hält, zittert, als sie zu lesen anfängt. »Dies ist eine offizielle Bekanntmachung der Schulleitung. Es tut mir unendlich leid, euch diese schreckliche Nachricht überbringen zu müssen. Gestern Nachmittag hat einer eurer Mitschüler, Simon Kelleher, einen heftigen allergischen Schock erlitten. Es wurde sofort ein Krankenwagen gerufen, der auch sehr schnell vor Ort war, aber unglücklicherweise war es bereits zu spät, um Simon noch zu helfen. Er starb kurz nach seiner Ankunft im Krankenhaus.«

Ein leises Raunen geht durch den Raum und jemand schluchzt unterdrückt auf. Als ich mich umschaue, sehe ich, dass die Hälfte der Klasse ihr Handy gezückt hat. Für heute heißt es wohl zur Hölle mit den Vorschriften. Bevor ich länger darüber nachdenken kann, hole ich mein eigenes Handy aus dem Rucksack und öffne About That. Ich rechne fast damit, dass es darin eine Ankündigung zu den saftigen Neuigkeiten gibt, mit denen sich Simon gestern vor dem Nachsitzen aufgespielt hat, aber natürlich steht dort nur das Update der letzten Woche.

Unser dauerbreiter Lieblingsdrummer ist unter die Filmschaffenden gegangen. RC hat an der Deckenlampe in seinem Zimmer eine Kamera installiert und regelmäßig Premierenabende für seine ganzen Freunde abgehalten. Ihr seid gewarnt worden, Ladys. (Für KL kam die Warnung allerdings zu spät.)

Es gibt vermutlich niemanden, der den heißen Flirt zwischen dem Manic-Pixie-Dream-Girl TC und unserem Bonzen-Neuzugang GR nicht mitbekommen hat, aber wer hätte gedacht, dass den Blicken Taten folgen würden? Ihr Freund offensichtlich nicht, der saß beim Spiel am Samstag nämlich völlig ahnungslos auf der Tribüne, während es direkt unter ihm zwischen T&G heftig zur Sache ging. Sorry, JD. Du bist mal wieder der Letzte, der es erfährt.

Das Problem mit About That ist immer gewesen, dass man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen konnte, dass jedes Wort, das dort stand, wahr war. Simon hat die App in der Zehnten entwickelt, nachdem er während der Frühlingsferien in irgendeinem superteuren Computercamp im Silicon Valley Programmieren gelernt hat. Außer ihm durfte dort niemand etwas posten. Er hatte überall an der Schule seine Quellen und war extrem vorsichtig mit dem, was er veröffentlichte. Meistens stritten die Betroffenen natürlich alles ab oder taten so, als wäre es ihnen egal, aber er lag mit seinen Behauptungen kein einziges Mal falsch.

Über mich hat er nie etwas geschrieben; dafür ist meine Weste zu weiß. Es gibt nur eine einzige Sache, die Simon über mich hätte ausplaudern können, aber ich wüsste nicht, wie er das jemals hätte herausfinden sollen.

Tja, jetzt ist mein Geheimnis wohl für immer sicher.

About Thattumblr Logo

Die Idee, Simon zu töten, kam mir, als ich Dateline schaute.

Ich hatte schon eine Weile darüber nachgedacht. Klar, so was beschließt man ja nicht einfach mal so. Aber die Frage, wie ich ungestraft damit davonkommen sollte, hat mich erst davon abgehalten. Ich bilde mir nicht ein, ein kriminalistisches Superhirn zu sein. Und in den Knast zu wandern ist definitiv keine Option, dafür sehe ich viel zu gut aus.

In der Folge, die an dem Tag lief, hatte ein Typ seine Frau umgebracht. Das übliche Dateline-Schema, oder? Es ist immer der Ehemann. Aber wie sich herausstellte, gab es eine Menge Leute, die über ihren Tod froh waren. Sie hatte gegen eine Arbeitskollegin intrigiert, die daraufhin gefeuert wurde, Leute aus dem Stadtrat über den Tisch gezogen und eine Affäre mit dem Mann einer Freundin. Im Grunde war sie ein absolutes Miststück.

Der Ehemann war nicht die hellste Leuchte im Universum. Er heuerte jemanden an, um seine Frau umbringen zu lassen, was sich letztlich ziemlich einfach über seine Telefonverbindungen nachweisen ließ. Weil es aber so viele andere Verdächtige gab, hatten die Ermittler ihn anfangs gar nicht wirklich auf dem Schirm. In dem Moment wurde mir klar, dass das die Art von Mord ist, mit der man durchkommen kann: jemanden umzubringen, von dem sich jeder wünscht, er wäre tot.

Schauen wir den Tatsachen ins Auge: Jeder an der Bayview High hat Simon gehasst. Außer mir hatte bloß niemand den Mumm, etwas gegen ihn zu unternehmen.

Hey, gern geschehen.

 

— Anonym

 

Aus Addys Sicht

Officer Budapest hat an der Tür geklingelt, als wir gerade mit unserem vegetarischen Pad Thai fertig waren, das Mom immer bestellt, wenn meine Schwester Ashton zu Besuch ist. Er scheint vor Verlegenheit nicht zu wissen, wo er hinschauen soll, und heftet den Blick schließlich auf ein Gebinde aus Trockenblumen, das an der Wohnzimmerwand hängt. Meine Mutter dekoriert das Haus alle sechs Monate um, und ihr aktueller Lieblingseinrichtungsstil ist ein seltsamer Mix aus Shabby Chic und Strandhüttenromantik – üppige Rosenbouquets und Muscheln so weit das Auge reicht.

»Es geht nur um ein paar nachträgliche Punkte, die ich gern noch kurz mit Ihnen besprechen würde, wenn Sie einverstanden sind, Addy«, sagt er.

»Natürlich«, sage ich. Eigentlich dachte ich, wir hätten schon alles geklärt, aber wahrscheinlich laufen die Ermittlungen immer noch auf vollen Touren. Der Chemiesaal war heute mit gelbem Flatterband abgesperrt und den ganzen Tag liefen Polizeibeamte durch die Schule. Cooper meinte, die Schulleitung würde womöglich Schwierigkeiten bekommen, weil das Erdnussöl ja anscheinend im Wasser war.

Ich betrachte meine Mutter, deren Augen auf Officer Budapest geheftet sind, aber gleichzeitig diesen abwesenden Ausdruck haben, den ich gut kenne. Gedanklich hat sie sich schon längst ausgeklinkt und stellt wahrscheinlich gerade ihre Outfits fürs Wochenende zusammen. Ashton kommt ins Wohnzimmer und setzt sich mir gegenüber in einen Sessel. »Sprechen Sie mit allen Schülern, die an diesem Tag nachsitzen mussten?«, fragt sie.

Officer Budapest räuspert sich. »Die Ermittlungen laufen, aber ich bin hier, weil ich Addy etwas Bestimmtes fragen wollte. Sie sind an dem Tag, an dem Simon starb, im Krankenzimmer gewesen, ist das richtig?«

Ich zögere und schaue kurz zu Ashton rüber, bevor ich wieder Officer Budapest ansehe. »Nein.«

»Doch«, sagt er. »Zumindest steht ihr Name im Protokoll der Krankenschwester.«

Mein Blick wandert zum Kamin, aber ich spüre, wie sich Ashtons Blick in mich bohrt. Ich wickle mir eine Haarsträhne um den Zeigefinger und zupfe nervös daran herum. »Echt? Daran kann ich mich aber nicht erinnern.«

»Sie können sich nicht daran erinnern, am Montag das Krankenzimmer aufgesucht zu haben?«

»Na ja, ich bin öfter dort«, sage ich schnell. »Wenn ich Kopfschmerzen habe, hole ich mir eine Tablette.« Ich ziehe die Stirn in Falten, als würde ich angestrengt nachdenken, bevor ich Officer Budapest schließlich wieder anschaue. »Ach ja, stimmt. Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich hatte meine Tage und total schlimme Krämpfe. Ich brauchte eine Tylenol.«

Officer Budapest ist offenbar extrem leicht in Verlegenheit zu bringen. Er läuft rot an, worauf ich höflich lächle und die Haarsträhne loslasse. »Sonst wollten Sie dort nichts? Nur eine Tylenol?«

»Warum wollen Sie das eigentlich wissen?« Ashton rückt das Kissen in ihrem Rücken zurecht. Wahrscheinlich pikst das Seestern-Muster aus echten Muscheln, mit dem der Bezug bestickt ist.

»Nun, eine der Fragen, denen wir im Moment nachgehen, ist die, warum zu dem Zeitpunkt, als Simon Kelleher einen allergischen Anfall hatte, offenbar kein einziger EpiPen im Krankenzimmer zu finden war. Die Schwester schwört, dass morgens noch mehrere Pens da waren. Aber am Nachmittag waren sie plötzlich verschwunden.«

Ashton presst die Lippen zusammen. »Sie denken doch wohl etwa nicht, dass Addy etwas damit zu tun hat!«

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Die ZEIT