Cassandra Clare: Lord of Shadows | Leseprobe read’n’go

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Drei junge Schattenjäger kämpfen um alles, was sie lieben…

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist.

Doch nicht nur in Emmas privatem Umfeld, in der gesamten Unterwelt herrscht Unruhe. Das Feenvolk ist tief gespalten und die Königin des Lichten Volkes versucht ihren Widersacher den Elbenkönig außer Gefecht zu setzen. Aufgerieben zwischen den Intrigen des Feenvolkes und der unerbittlichen Härte jahrtausendealter Gesetze müssen Emma, Julian und Mark ihre privaten Sorgen vergessen und gemeinsam für all das kämpfen, was sie lieben – bevor es zu spät ist und ein weiterer dunkler Krieg ausbricht …

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Dunkle Mächte wird es immer geben, aber ein Schattenjäger kämpft für die Ewigkeit.

»Ein Teuthida-Dämon ?«, fragte Julian ins Telefon und runzelte die Stirn. Die Antwort war kaum zu hören: Emma erkannte zwar Tys Stimme, konnte seine Worte aber nicht verstehen.

»Ja, wir sind am Pier«, fuhr Julian fort. »Bisher haben wir noch nichts gesehen, aber wir sind auch gerade erst angekommen. …«

Während Emma Julian mit halbem Ohr zuhörte, schaute sie sich um. Emma liebte den Santa Monica Pier schon seit ihrer Kindheit, als ihre Eltern mit ihr hierhergekommen waren. Im Laufe der Jahre hatten die Irdischen Millionen von Dollar in die Sanierung des Piers gesteckt. Aber die Bohlen unter Emmas Füßen waren noch immer von Sonne und Salz verzogen und verwittert. Und unter dem Pier befanden sich noch immer dunkle Orte, an denen sich Irdische ohne rechtes Ziel trafen … und manchmal auch üblere Gestalten.

Und genau das war das Problem mit dem Dasein als Nephilim, überlegte Emma. Schattenjäger erkannten die Schönheit in den Dingen, die die Irdischen erschaffen hatten – die Lichter des Riesenrads spiegelten sich so hell im Ozean, als hätte jemand unter Wasser ein Feuerwerk in Rot, Blau, Grün, Violett und Gold gezündet –, aber die Nephilim sahen auch die Gefahren und den Verfall.

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Einst war Julian der Mensch gewesen, dem sie alles hatte erzählen können.

»Stimmt was nicht?«, fragte Julian. Der Wind – auf dem Pier herrschte immer Wind, der unablässig vom Meer heranwehte und nach Salz und fernen Ländern roch – hob sein sanft gewelltes, braunes Haar an, sodass die Spitzen seine Wangen und Schläfen küssten.

Düstere Gedanken, hätte Emma am liebsten geantwortet. Doch das konnte sie nicht. Einst war Julian der Mensch gewesen, dem sie alles hatte erzählen können. Aber jetzt war er der einzige Mensch, dem sie nichts mehr erzählen durfte. Statt einer Antwort versuchte sie, seinem Blick auszuweichen, und fragte: »Wo sind Mark und Cristina?«

»Da drüben.« Julian zeigte auf die beiden. »Beim Ringwurfspiel.«

»Dann geht es also um einen Kraken-Dämon?«, sagte Emma, hauptsächlich, um die Stille zwischen ihr und Julian mit irgendwelchen Worten zu füllen. In letzter Zeit hatte ziemlich oft eine betretene Stille zwischen ihnen beiden geherrscht. Seit dem Moment, an dem sich alles verändert hatte, waren gerade einmal zwei Wochen vergangen, aber Emma fühlte den Unterschied deutlich, in allen Gliedern. Sie spürte Julians Distanziertheit, auch wenn er sich ihr gegenüber immer äußerst höflich und zuvorkommend gezeigt hatte, nachdem sie ihm von Mark und sich erzählt hatte.

»Offenbar«, sagte Julian jetzt. Inzwischen waren Mark und Cristina in Hörweite. »Der Dämon klettert an den Pfeilern des Piers hoch und schnappt sich irgendwelche Irdische. Anscheinend hat ihn jemand im Spieleareal gesehen, in der Nähe des Air-Hockey-Tischs … Ist das etwa ein Goldfisch?« Mark hielt den Plastikbeutel hoch. Darin schwamm ein kleiner orangefarbener Fisch im Kreis. »Das ist der beste Patrouillengang, den wir je gemacht haben«, sagte er. »Mir wurde noch nie zuvor ein Fisch überreicht.«

Er legte zögerlich einen Arm um Emmas Schultern und streckte ihr den Plastikbeutel entgegen. »Ich habe einen Fisch für dich gewonnen, meine Schöne«, sagte er und küsste sie auf die Wange. Julian machte den Eindruck, als müsste er sich gleich übergeben.

Parabatai, die sich ineinander verlieben, zerstören sich selbst und alle, die sie lieben.

Emma hatte sofort gewusst, dass sie das nicht zulassen konnte. Dieses Schicksal durfte Julian nicht widerfahren. Oder seiner Familie, die Emma ebenfalls liebte. Da sie sich nicht dazu bringen konnte, ihn nicht mehr zu lieben, hatte sie dafür sorgen müssen, dass er sie nicht mehr liebte.

Julian hatte ihr den Schlüssel dafür selbst geliefert, nur wenige Tage zuvor – Worte, die er ihr in einem schwachen Moment zugeflüstert hatte: Er war eifersüchtig auf Mark. Eifersüchtig, dass Mark ungehindert mit ihr reden, mit ihr flirten konnte, während Julian seine Gefühle für Emma immer verbergen musste.

Jetzt lehnte Mark mit halbgeschlossenen Augen an der Wand. Farbige Halbmonde schimmerten unter seinen Lidern; seine Wimpern waren einen Hauch dunkler als seine Haare.

Emma erinnerte sich daran, wie sie ihn gebeten hatte, in ihr Zimmer zu kommen. Ich möchte, dass du mit mir gemeinsam so tust, als würden wir miteinander gehen. Als würden wir uns ineinander verlieben.

Im Feenreich wirst du auf jemanden treffen, der weiß, wie der Parabatai-Bund aufgelöst werden kann.

»Ich möchte einen Handel mit dir abschließen«, sagte die Feenkönigin. Der Fluch der Parabatai. Ich weiß, wie man ihn aufheben kann.«

»Der Fluch?«, fragte Julian in gespielt beiläufigem und leicht verwirrtem Ton, als hätte er nicht die geringste Ahnung, wovon sie sprach.

Etwas Undefinierbares blitzte in ihren Augen auf. »Der Parabatai-Bund, sollte ich vielleicht sagen. Aber für dich ist es ein Fluch, oder nicht?«

Julian musste an die Kristallkugel denken. Die Königin wusste, dass er Emma liebte. Vielleicht konnte er diese Tatsache vor seiner Familie und seinen Freunden verbergen, aber für die Königin des Lichten Volkes – die daran gewöhnt war, die Schwächen anderer aufzudecken, und die ein grausames Gespür für unangenehme Wahrheiten hatte – musste das klar erkennbar sein.

»Wie ich schon sagte: Wir heißen die Wunden der Liebe willkommen, nicht wahr?«, fragte sie und lächelte.

Plötzlich erfasste Julian heiße Wut, aber seine Neugier war stärker. Er zog seine Hand zurück. »Verratet es mir«, forderte er. »Sagt mir alles, was Ihr darüber wisst.«

»Ich möchte, dass ihr mir das Schwarze Buch der Toten bringt.«

»Was will die Königin des Lichten Volkes mit dem Schwarzen Buch der Toten?«, fragte Mark. »Schließlich ist es nur ein Spielzeug der Hexenwesen.«

»Aber dennoch gefährlich, wenn es in die falschen Hände gelangen sollte – selbst dann, wenn es sich dabei um Feenhände handelt«, erwiderte die Königin. »Der Elbenkönig hat seit dem Kalten Frieden an Macht gewonnen. Er hat das Land des Dunklen Volkes mit einer Fäule verseucht und die Flüsse mit Blut gefüllt. Ihr habt selbst gesehen, dass die Werkzeuge des Erzengels in seinem Land nicht mehr funktionieren.«

»Stimmt«, sagte Emma. »Aber was kümmert es Euch, ob er das Land des Dunklen Volkes für Schattenjäger unpassierbar macht oder nicht?«

Die Königin schenkte ihr ein Lächeln, das ihre Augen allerdings nicht erreichte. »Es kümmert mich nicht«, sagte sie. »Aber der König hat einen meiner Untertanen verschleppt. Ein Mitglied meines Hofes, an dem mir sehr viel liegt. Er hält diese Person in seinem Land gefangen. Und ich wünsche deren Rückkehr.«

Ihre Stimme klang kalt.

»Und wie wird das Schwarze Buch Euch dabei helfen?«, fragte Emma.

»Das Schwarze Buch der Toten ist viel mehr als nur ein Werk über Nekromantie«, sagte die Königin. »Es enthält Zauberformeln, die es mir ermöglichen, den Gefangenen aus dem Dunklen Hof herauszuholen.«

»Aber woher wollen wir wissen, dass Ihr das Buch nicht auch gegen uns Nephilim einsetzen werdet?«, fragte Emma misstrauisch. »Es ist noch gar nicht lange her, dass die Soldaten des Lichten Volkes Alicante angegriffen haben.«

»Die Zeiten ändern sich und das Gleiche gilt für Bündnisse«, erwiderte die Königin. »Der König ist jetzt für mich und mein Volk eine größere Bedrohung als die Nephilim. Und ich werde meine Loyalität unter Beweis stellen.« Sie lehnte sich zurück und ihre Krone schimmerte. »Ich biete das Ende des Kalten Friedens an«, sagte sie.

»Wir werden uns auf die Suche machen - obwohl wir keine Ahnung haben, wo wir beginnen sollen.«

Cassandra Clare über Lord of Shadows

Im Videointerview gibt Cassandra Clare spannende Einblicke in „Die dunklen Mächte“

Der zweite Band der großartigen neuen Erfolgstrilogie »Die Dunklen Mächte«.

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»Clares atmosphärische Erzählung ist perfekt. Eine fesselnde Geschichte über Familiengeheimnisse und Probleme des Erwachsenwerdens.«

Publishers Weekly

»Grandiose Fantasy, so gut, dass es gefährlich ist.«

Holly Black, New-York-Times-Bestsellerautorin

Schattenjäger

Schattenjäger, auch Nephilim genannt, sind die vom Engel Raziel berufenen Krieger auf Erden. Ihre Aufgabe ist es, Dämonen zu bekämpfen und so die Menschheit zu beschützen. Schattenjäger sind besonders stark und verfügen über übernatürliche kriegerische Fähigkeiten. Das Leben eines Schattenjägers ist von einem strengen Ehrenkodex bestimmt, hinter dem persönliche Interessen nachstehen müssen. Einige Schattenjäger entschließen sich dazu, den Parabatai-Bund zu schließen. Dieses Band macht sie zu einem perfekt abgestimmten Kriegerpaar, das füreinander sein Leben geben würde.

Feenwesen

Feenwesen sind schön wie Engel, aber hinterhältig wie Dämonen. Eine ihrer wichtigsten Eigenschaften ist, dass sie nicht lügen können und es in ihrer Natur liegt, zu verhandeln. Doch diese „Handel“ haben immer einen Haken…

Im Dunklen Krieg kämpften die Feenwesen gegen die Schattenjäger. Nach dem Krieg hat die Regierung der Schattenjäger den „Kalten Frieden“ beschlossen. Die Feen gehören seitdem  nicht mehr zur Gemeinschaft Gleichberechtigter und genießen keinerlei Schutz durch die Schattenjäger. Dagegen begehrt das Feenvolk auf. Und auch innerhalb des Feenvolkes gibt es Konflikte: So ist der Feenhof zweigeteilt und es bekriegen sich die Königin des Lichten Volkes und der Elbenkönig gegenseitig.