Jürgen Tautz, Diedrich Steen / Die Honigfabrik. Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung | Leseprobe read’n’go

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»Fleißig sind die Bienen nicht, aber sie machen glücklich. Garantiert.«

Warum dürfen bei den Bienen die Jungs nicht bleiben, wenn es kuschelig wird? Und was hat es mit den sexuellen Ausschweifungen einer jungen Königin auf sich? Dieses Buch gibt die Antworten. Es erzählt vom Leben in einem Bienenvolk und lädt ein zu einem Gang durch die Honigfabrik, die es betreibt. Eine Welt voller eigenwilliger Typen, cleverer Praktiken und verblüffender Regelwerke.

Fun Facts

»Bienen können Ausdruckstanz und sie singen ins Haustelefon.«

»Junge Königinnen tüten und quaken und bei den Schwarmbienen piept es.«

»Drohnen fliegen auf Königinnen, aber deren Zuneigung überleben sie nicht.«

»Bienen sind nicht nur Schlafmützen, sie sind auch ziemlich faul.«

»Bienen machen Honig aus Blütennektar – und aus Läusepipi.«

Tore auf

Entdecken Sie die Wunderwelt der Bienen

Welche Bienen möchtest du kennenlernen?

Callboys für die Königin – die Drohnen
Monarchin mit beschränkter Macht

Weiter ohne die Geschichten

Sie werden nicht nur die Bienen, sondern auch die Welt mit anderen Augen sehen.

Hinter dem Flugloch wartet eine Wunderwelt. Spring hinein!

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19,99 €

»Die Honigfabrik ist ein wunderbares Buch, das beste das ich je zum Thema Bienen gelesen habe. Es erklärt humorvoll und leicht, aber dennoch höchst wissenschaftlich, wie Bienen leben, wie Honig entsteht und was jeder zu diesem Thema wissen sollte.«

Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Botschafterin UN-Dekade Biologische Vielfalt, Eigentümerin des Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn

»Die Honigfabrik beschreibt ganz wunderbar und höchst unterhaltsam das Leben der Bienen und die gemeinsame Vergangenheit von Biene und Mensch, mit einem Blick in die Zukunft dieser Partnerschaft mit gegenseitiger Abhängigkeit. Das Buch ist eine Fundgrube für Bienenkenner und Laien gleichermaßen und eine Falle für jeden Leser, der bisher noch nicht für die Bienen schwärmt.«

Peter Maffay (Peter Maffay Stiftung)

Callboys für die Königin – die Drohnen

Jetzt soll es um die Herren der Schöpfung gehen. Denn es gibt sie, die Männer unter den Bienen, und sie erfüllen praktisch jedes Klischee, das es in puncto Männlichkeit gibt. Drohnen, wie die männlichen Bienen genannt werden, sind sozusagen die Insekt gewordene Form des »typischen Mannes«. Sie haben riesige Augen, mit denen sie prima gucken können.

Nach den Mädchen natürlich. Wenn sie sich nicht gerade herumtreiben, hängen sie im Stock herum, stehen im Weg oder lassen sich bedienen. Und im Kopf haben sie immer nur – ja, was wohl?

Es fängt schon damit an, dass Drohnen eigentlich nur halbe Frauen sind. Legt eine Königin ein Ei, dann prüft sie, bevor sie ihren Hinterleib in die Wabenzelle bringt, zunächst mit den Fühlern an ihrem Kopf die Größe der Zelle. Ist der Durchmesser der Zelle klein, dann legt sie am Boden ein Ei ab, das sie noch in ihrem Leib mit einem Spermium versehen und so befruchtet hat. Aus einem befruchteten Ei wächst eine Arbeiterin heran. Ist der Durchmesser der Zelle jedoch größer, dann bekommt das Ei kein Spermium und wird nicht befruchtet. Aus einem nicht befruchteten Ei wächst ein Drohn heran, der – genetisch betrachtet – nur ein halbes Wesen im Vergleich zur Arbeiterin ist. Er hat nur den Chromosomensatz der Königin, der im Ei enthalten ist, und nicht den zusätzlichen.

Genetisch defizitär ausgestattet, braucht es dann auch seine Zeit, bis aus einem in einer Drohnenzelle abgelegten Ei der fertige Drohn zum Vorschein kommt. Schlüpft eine Königin 16 Tage nach Eiablage und eine Arbeiterin 21 Tage danach, dann braucht ein Drohn

24 Tage bis zum Schlupf. Langsam sind sie also auch. Und faul: Eine Arbeiterin macht sich nach dem Schlupf sofort daran, die Zelle, aus der sie geschlüpft ist, zu putzen und geht unmittelbar danach in den Putzdienst. Ein kleiner Drohn macht erst einmal – nichts. Er lungert im Stock herum, nascht am Nektar und nimmt viel Pollen zu sich. Diese eiweißreiche Ernährung ist besonders wichtig für ihn, damit er der Aufgabe, die ihm zukommt, gerecht werden kann: Drohnen sind die Callboys im Bienenvolk. Ihre Aufgabe ist es, paarungswilligen jungen Königinnen zu Diensten zu sein und diese zu begatten.

Monarchin mit beschränkter Macht – die Königin

Tatsächlich ist die Königin in einem Bienenvolk einzigartig, d.h.: Jedes Volk hat im Normalfall nur eine. Gibt es von den Arbeiterinnen im Sommer bis zu 50.000 Individuen pro Volk und von den Drohnen immerhin ein paar Hundert, eine Königin kommt nur einmal vor. Von ihrem Volk wird sie entsprechend wahrgenommen. Ständig ist sie von Ammenbienen begleitet, die sie füttern, putzen und mit allem versorgen, was sie braucht. Sie hat, wie es sich für eine Monarchin gehört, einen Hofstaat.

Auch übt eine Königin einen ungeheuren Einfluss auf ihr Volk aus. Sie hat Macht! Ihre Machtmittel aber sind nicht Gesetze, Verwaltungsvorschriften oder das Militär, ihr Machtmittel ist ihr Duft. In den Mandibeldrüsen an den Mundwerkzeugen produziert eine Bienenkönigin die »Königinnensubstanz«, ein Pheromongemisch, das für die – wie Imker sagen – »Stockharmonie« von größter Bedeutung ist.

Ein Pheromon ist mehr als ein bloßes Parfüm. Wie ein Hormon innerhalb eines Körpers bestimmte Stoffwechselprozesse in Gang setzen kann und ein Fehlen des Hormons zu einem Erliegen dieser Prozesse führt, so kann ein Pheromon bestimmte Reaktionen bei artgleichen Individuen auslösen. Am eindrücklichsten sind hier vielleicht die Pheromone, die der sexuellen Stimulation von Sexualpartnern dienen: Eine rollige Katze verströmt einen Duft, der die Kater der Umgebung vor verzweifeltem Begehren weinen lässt. Der verheißungsvolle Duft im Urin eines Elchbullen veranlasst die Kühe gerne, ein aphrodisierendes Bad darin zu nehmen. Ähnlich sorgt der Königinnenduftstoff in einem Bienenstock dafür, dass die Abläufe in der Honigfabrik regelgerecht von statten gehen. Das Parfüm der Königin ist der Duft, der den ganzen Betrieb am Laufen hält. Verteilt wird er durch den Hofstaat und dadurch, dass sich die Bienenschwestern gegenseitig putzen und füttern. Die Bienen aus dem Hofstaat nehmen den Duft auf und geben ihn z.B. einfach durch Berührung an die Bienen weiter, von denen sie einen Happen erhalten. Diese putzen dann vielleicht andere Bienen und so weiter.

Wenn der Duft der Königinnensubstanz fehlt, weil die Königin gestorben ist, fühlt sich ein Volk unwohl und verhält sich anders als gewöhnlich. Als Imker oder Imkerin merkt man diesen Unterschied mit einiger Erfahrung, sobald man den Deckel eines Kastens abhebt und beginnt, Waben zu ziehen. Ein Volk, das eine Königin hat, wird kurz aufbrausen, dann aber den Dingen gelassen entgegensehen. Nur die eine oder andere Arbeiterin fühlt sich vielleicht gestört und attackiert etwas. Ein Volk ohne Königin braust auf, steigert sich in dieses Brausen dann aber mehr und mehr hinein. Eine Biene steckt die andere in ihrer Unruhe an, am Ende sitzen fast alle Arbeiterinnen flügelschwirrend auf der Wabe. Das verursacht einen ziemlichen Lärm. In einem Volk, das so lärmt, findet der Imker keine nicht verdeckelte Brut oder Eier. Das Volk ist »weisellos«, wie es im Imkerjargon heißt, weil es keine Königin, die auch »Weisel« genannt wird, mehr hat.