Karen Cleveland: Wahrheit gegen Wahrheit | Leseprobe read’n’go

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Vivian Miller ist Spionageabwehr-Analystin bei der CIA. Ihr Auftrag: 

DIE ENTTARNUNG EINES NETZWERKS RUSSISCHER SPIONE.

Sie erhält Zugriff auf den Computer eines russischen Agentenbetreuers. Und entdeckt eine Datei mit fünf Fotos: „Schläfer“, die auf amerikanischem Boden operieren.
Nur einen Klick weiter, und alles, was ihr wichtig ist – ihre Kinder, ihre Ehe, ihr Job – ist plötzlich in Gefahr. Vivian hat geschworen, ihr Land gegen alle inneren und äußeren Feinde zu schützen.

Was aber, wenn es den Russen gelungen ist, sie an ihrer einzigen Schwachstelle zu treffen? Wenn ihre Beziehung ihr eigenes Land gefährdet?

Ist sie bereit, das letzte Opfer zu bringen?

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SCROLLE, UM WEITERZULESEN

Ich stehe in der Tür zum Zimmer der Zwillinge und sehe ihnen beim Schlafen zu. Friedlich und unschuldig liegen sie da und schlummern. Wie sie da hinter den Gitterstäben ihrer Bettchen liegen, erinnert mich das irgendwie an eine Gefängniszelle.

Ein Nachtlicht taucht das ganze Zimmer in einen warmen orangeroten Schein. Der kleine Raum ist vollgestellt mit Möbeln. Viel mehr, als eigentlich hineinpassen. Zwei Babybetten. Ein altes, ein neues. Ein Wickeltisch, darauf ein Stapel Windeln, noch in der Plastikverpackung. Das Bücherregal, das Matt und ich damals zusammengebaut haben. Jahre ist das inzwischen her. Die Regalbretter biegen sich unter all den Kinderbüchern, die ich längst auswendig kann, so oft habe ich sie meinen beiden Großen schon vorgelesen. Und eigentlich habe ich mir vorgenommen, sie auch den Zwillingen noch öfter vorzulesen. Aber dazu fehlt mir einfach die Zeit.

Hinter mir Schritte auf der Treppe. Matt, der nach oben kommt. Meine Hand schließt sich um den USB-Stick. So fest, als würde er, wenn ich nur lange genug zudrücke, einfach verschwinden. Sich in Luft auflösen. Als wäre dann wieder alles wie vorher. Die vergangenen Tage wären ausgelöscht. Nichts als ein böser Traum. Aber er ist immer noch da: hart, unkaputtbar, echt.

Zwei Tage zuvor:
DER ALBTRAUM BEGINNT

Die Bildschirmanzeige wechselt, und ein kleines Icon mit Juris Namen erscheint. Es gibt mir immer einen Kick, wenn ich sehe, dass ich drin bin; dass jetzt ein Fenster zum digitalen Leben unserer Zielperson offen ist; dass wir Informationen bekommen, die sie selbst für geschützt hält. Wie aufs Stichwort steht Omar auf. Er weiß von dem Programm, von meinen Bemühungen, Juri festzunageln. Er ist einer von nur einer Handvoll FBI-Agenten, die in dieses Programm eingebunden sind – und einer seiner glühendsten Befürworter. Er glaubt felsenfest an meinen Algorithmus. Und an mich. Mehr als jeder andere. Trotzdem hat er selbst keinen Zugriff darauf.

Ich öffne zuerst ein paar Ordner und dann die Textdokumente darin. Seite um Seite eng geschriebener Texte. Ausschließlich kyrillische Schrift. Ich weiß, dass das, was ich suche, verschlüsselt sein muss. Worauf ich höchstens hoffen kann, ist ein kleiner Hinweis. Irgendeine geschützte Datei, etwas mit offensichtlicher Codierung.

Ich überfliege das Inhaltsverzeichnis weiter. Mein Blick huscht über jede einzelne Datei, obwohl ich gar nicht so genau weiß, wonach ich suche. Und dann bleibt mein Blick an einem Wort hängen, das ich erkenne. друЗьЯ. Freunde.

Das letzte Icon in der letzten Reihe. Ein großer gelber Briefumschlag. Ich doppelklicke darauf, und der Ordner öffnet sich. Zum Vorschein kommt eine Liste mit fünf JPG-Dateien, weiter nichts. Das Herz schlägt mir plötzlich bis zum Hals. Fünf. Jeder Betreuer ist für fünf Schläfer zuständig, das wissen wir aus diversen verlässlichen Quellen. Und dann dieser Name.

FREUNDE

Ich klicke auf den ersten Dateinamen. Das Bild öffnet sich. Ein Foto wie ein Passbild. Ein Mann mittleren Alters mit runder Brille. Unscheinbar. Mir wird kribbelig vor Aufregung. Schläfer sind bestens angepasst. Im Grunde fast unsichtbare, vollkommen unauffällige Mitbürger. Das muss einer sein.

Der logische Teil meines Hirns ermahnt mich, nicht gleich völlig auszuflippen. Unsere sämtlichen bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass alle Informationen über die Schläfer verschlüsselt sein müssten. Aber mein Bauchgefühl sagt mir,

 

Das hier ist etwas ganz GROSSES.

Ich öffne das zweite Bild. Eine Frau, orangerote Haare, strahlend blaue Augen, breites Lächeln. Wieder ein Passfoto, wieder eine potenzielle Schläferin. Ich starre sie an. In meinem Kopf nistet sich ein Gedanke ein, den ich zu ignorieren versuche. Aber es gelingt mir nicht. Das sind bloß Fotos. Nichts über ihre Identitäten. Nichts, was der Agentenführer verwenden könnte, um Kontakt aufzunehmen.

Aber trotzdem. Freunde. Bilder. Dann ist Juri vielleicht gar nicht der schwer fassbare Agentenbetreuer, den die CIA unbedingt schnappen wollte. Aber womöglich ist er ein Anwerber? Und diese fünf Leute, die müssen irgendwie wichtig sein. Zielpersonen vielleicht?

Ich doppelklicke auf das dritte Foto, und ein Gesicht erscheint auf dem Bildschirm. Wieder wie ein Passfoto, nur diesmal in Großaufnahme. So vertraut, so wenig überraschend – und dann doch wieder. Weil es hier auftaucht, wo es nicht hingehört. Ich blinzele. Einmal. Zweimal. Und mein Gehirn versucht angestrengt, was ich da sehe, in Einklang zu bringen mit dem, was ich sehe und was es zu bedeuten hat. Und dann, ich schwöre es, bleibt die Zeit stehen. Eiskalte Finger legen sich um mein Herz und drücken zu, und ich höre nur noch mein Blut in den Ohren rauschen.

Fassungslos starre ich in das Gesicht meines Ehemanns.

PERFEKTER EHEMANN.
PERFEKTER VATER.
PERFEKTER LÜGNER?

Karen Cleveland

Karen Cleveland arbeitete acht Jahre als Analystin für die CIA, davon sechs Jahre in der Abteilung Russland. Mit „Wahrheit gegen Wahrheit“ gelang ihr sofort der Sprung auf die New York Times-Bestsellerliste. Der Thriller erscheint in 30 Ländern und wird von Universal Pictures mit Charlize Theron in der Hauptrolle verfilmt. Mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern lebt Karen Cleveland in Virginia.

Der NEW YORK TIMES Bestseller.

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»Ein furioser Thriller, den man geradezu verschlingt. Man kann kaum erwarten, mehr von Karen Cleveland zu lesen.«

John Grisham

»Vorsicht: Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. Dann vergisst man das Abendessen, liest weiter bis spät in die Nacht und ist am nächsten Morgen müde bei der Arbeit. So ein Buch ist das. Einfach großartig.«

Lee Child

»Eine aufregende neue Thrillerautorin. Scarpetta wäre ihre Freundin.«

Patricia Cornwell